Deckel....

Wie entsteht z.B. eine Rollcloud, Tornado, ...? Was ist die F-Skala etc ...?
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bluedog
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Freitag 16. Juli 2010, 19:11

ich hoffe, ich bin hier richtig....
nachdem ich nur kochtopfdeckel kenne, eine frage an euch.... *grins*
hier ist immer wieder die rede vom "deckel", der eine auslöse verhindert.
ich habe die suche benutzt, aber keine erklärung dazu gefunden.
kann mir bitte jemand erklären, was dieser deckel ist, was ihn bewirkt bzw. was er bewirkt und warum er so wichtig für die entstehung oder nichtentstehung von gewittern ist ?
und woran erkennt ihr, dass irgendwo "der deckel drauf" ist ??

danke !! *liebschau*
Lili

Sonntag 18. Juli 2010, 09:52

Kein Wunder dass du "Deckel" im meteorologischen Sinn nirgendwo gefunden hast - der Begriff ist eigentlich sehr umgangsprachlich. Fachlich korrekt wäre "deckelnde Inversion" (capping inversion). Darunter versteht man eine Inversion, also eine Temperaturumkehr oberhalb der konvektiven Grenzschicht. Das heißt in den unteren Schichten nimmt die Temperatur mit der Höhe ab und darüber befindet sich eine Zone mit Temperaturanstieg. Die Inversion markiert also eine sehr stabile Zone (kalte Luft unter warmer Luft) und unterbindet somit den Aufstieg von Luftpaketen in größere Höhen, also Konvektion. Dieser "Deckel" kann ohne äußeren Hebungsantrieb meist nicht überwunden werden, vor allem im Flachland. Im Berg- und Hügelland ist das aufgrund der erhöhten Heizflächen schon eher möglich. Ein weiterer möglicher Hebungsantrieb ist der Durchgang von Fronten, Konvergenzen oder ähnliches.
Der "Vorteil" eines Deckels ist, dass sich darunter Energie quasi anstauen kann, da die Konvektion nicht sofort losgeht. Bricht der Deckel, können die Gewitter schließlich sehr heftig ausfallen.

Sieh dir folgendenden schematischen Beispieltemp an:
http://tornado.sfsu.edu/geosciences/cla ... /Step1.jpg" onclick="window.open(this.href);return false;

In 800hPa findest du dort die deckelnde Inversion.
Exilfranke1

Sonntag 18. Juli 2010, 12:39

nennt sich auch 'loaded gun', wenn man einen Deckel auf einer extrem feuchten Grenzschicht hat. Denn wenn der Deckel bricht, gibts solche Gewitter wie vorgestern über Südbayern mit den 9cm Hagelkörnern.
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Mathias
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Sonntag 18. Juli 2010, 15:40

eine deckelnde Inversion ist gleichzusetzen mit Höheninversion, oder ist diese noch "höher" (also kurz vor der Tropopausengrenze)?
Liebe Grüße aus
Wien 1020
Exilfranke1

Sonntag 18. Juli 2010, 16:14

Mathias hat geschrieben:eine deckelnde Inversion ist gleichzusetzen mit Höheninversion, oder ist diese noch "höher" (also kurz vor der Tropopausengrenze)?
jede inversion ist eine höheninversion. aber es gibt verschiedene arten von inversionen

strahlungsinversion (nächtliche auskühlung)
bodeninversion (auskühlung durch niederschlag)
absinkinversion (absinken im hochdruckgebiet)
föhninversion (starke erwärmung durch föhn, kein föhn am boden)
warmfrontinversion (warmluftadvektion in der höhe)

elevated mixed layer (entkoppelte grenzschichten) können ebenfalls als deckel fungieren und sind meist
auch die hauptverursacher von loaded-gun lagen.

dann gibts noch die tropopause als immerwährende höheninversion

----

wenn wir von deckel reden, meinen wir entweder die absinkinversion oder die elevated mixed layer.
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bluedog
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Dienstag 20. Juli 2010, 08:30

ah..... *schäm*
danke für die erklärungen, jetzt wird es schon klarer..... *huch*
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