05.04.2011 - Grazer erkunden Wetter vor zehn Mio. Jahren

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ThomasWWN
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Dienstag 5. April 2011, 07:15

Quelle: http://steiermark.orf.at/stories/508267/
Grazer erkunden Wetter vor zehn Mio. Jahren

Grazer Wissenschaftler erforschen durch Bohrungen im Pannonischen See das Wetter von vor zehn Millionen Jahren. Ihre Ergebnisse zeigen, dass das Wetter zu dieser Zeit dem heutigen gar nicht so unähnlich war.



Wärmer und mehr Niederschlag

Was die Schwankungen betrifft, lassen sich durchaus Ähnlichkeiten mit dem heutigen Klima feststellen. Insgesamt war es deutlich wärmer, im Übergang von subtropischem zu warm gemäßigtem Klima. Die Jahresmittelwerte schwankten zwischen 17 und 21 Grad, die Niederschlagsmengen betrugen 1.100 bis 1.500 Millimeter pro Jahr (heute: rund 900 Millimeter).

Komplexer Methodenmix wird angewandt

Die Wissenschaftler rund um Werner Piller von der Universität Graz wenden bei ihren Untersuchungen einen komplexen Methodenmix an. Dabei erreichen sie eine Auflösung von Dekaden für einen Zeitraum von zehn Millionen Jahren. Die Arbeiten laufen in Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Wien (NHM) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Bohrungen an trockenen Stellen

Der Pannonische See erstreckte sich vor rund zehn Millionen Jahren über eine riesige Fläche von Rumänien bis zu den Alpen. "Der Ostrand der Alpen war die Westküste dieses Sees", erklärt Piller. Über Bohrungen an verschiedenen - heute trockenen - Stellen dringen die Grazer Forscher in den Bereich des fossilen Seebodens vor.

Analysiert wird sowohl die Mineralienzusammensetzung als auch die Tierarten und die gefundenen Pollen. Über gefundene Muschelkrebse und Einzeller lassen sich Rückschlüsse über die jeweilige Nährstoffsituation des Gewässers ziehen. Die vorhandenen Pollen sagen für die Forscher eine Menge über die Landvegetation aus.

Untersuchungen im Millimeterbereich

Die Bohrkerne werden Zentimeter für Zentimeter und teilweise sogar im Millimeterbereich untersucht. So ergibt sich die vergleichsweise geringe Auflösung von bis zu zehn Jahren. Damit zeichnet sich ein Bild von sehr kurzfristigen Klimaveränderungen und Wetterphänomenen. Was die Forscher derzeit besonders interessiert, ist der Zusammenhang von kurzfristigen Schwankungen von Temperatur und Niederschlag mit der Aktivität der Sonne.
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Wetterkamera Felixdorf-OE3STF: http://tinyurl.com/zlyfo9j
Birgit

Mittwoch 6. April 2011, 16:37

:) Das hört sich sehr interessant an!
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