Potentielle Gefahr für Frostschäden ab 22. März, Schnee bis ins Flachland?

Diskussionen rund um Kurz- & Mittelfristprognosen und Wetterentwicklungen
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Matthias
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Donnerstag 19. März 2020, 11:01

FROST und Frostschäden drohen!

Als wäre es mit der Corona-Krise nicht schon genug, dürfte es ab dem 22. März mit einer mehrtägigen FROST-Periode beginnen.

Das heißt, nicht nur 1 oder 2 Tage, sondern 5-7 Tage lang ORDENTLICHER Frost in der Nacht und Früh.

Ausgehend am SAMSTAG bastelt sich die Großwetterlage um - ein Skandinavien-Hoch baut sich auf.
UNGUT, denn es zapft damit an dessen Ost / Nordost-Seite das Potential ARKTISCHER Polarluft an.

Daraus folgend fließt die an der NO – O-Seite des Hochs über SIBIRIEN – Russland nach Osteuropa ein:

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MONTAG

48 Stunden Später – also am MONTAG ist diese eisige Luft, die dazu noch furztrocken ist, bereits in ÖSTERREICH angekommen:

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Die Temperaturen, die sich da in der Früh manifestieren, sind alles andere als lustig.

Bedenkt man, dass mit den Frühlingstemperaturen der heute und morgen bzw. tw. auch am Samstag die BÄUME sicherlich allesamt blühen werden, könnte das zu einem weiteren Drama ausarten.

Da werden Erinnerungen an die Frost-Jahre wach, die mehr oder weniger die gesamte Ernte der Obstbauern vernichtet hat.

…und JA – es scheint, das ein Unglück selten alleine kommt.

Min-Temperaturen am MONTAG (ECMWF):

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DIENSTAG:

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MITTWOCH:

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DONNERSTAG:

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FREITAG:

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Die dazugehörenden METEOGRAMME sprechen eine deutliche Sprache – auch wenn GFS da nun ordentlich Schärfe rausgenommen hat.
…heißt – die SCHNEE-Option für den OSTEN und Südosten ist draußen – nicht zum ersten mal in dem Jahr.

ACHTUNG!

GFS unterschätzt gerne die Min-Temperaturen!
…vor allem in Tälern und bekannten Gebieten, in denen es immer um einige Grade kälter ist, als in der Umgebung.

HOFFNUNGSSCHIMMER:

Es wird nicht windstill. Hoffentlich!
Wind hilft dabei, dass es in den Tälern und Becken ggf. nicht komplett ARSCHKALT wird.

Positiv auch – die Menschen werden bei WIND plus KÄLTE sicher auch net in dem Maße rausgehen, als sie das tun.

Nichts desto trotz – eine weitere HERAUSFORDERUNG für die Nation.
Hier nun für alle OBST- und GEMÜSE-Bauern…

Marillenernte – auch FRAGLICH.

METEOGRAMME:

GRAZ / FERNITZ:

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Zuletzt geändert von Matthias am Samstag 21. März 2020, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
lg,
Matthias

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rudolf
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Donnerstag 19. März 2020, 18:08

Ja, das wird heftig, die tiefste Winterminimum lag hier in Sierning bei -7,4°C. Wie es ausschaut wird's warscheinlich kälter. Die entpackten Oleander werden wieder eingepackt auf der Terrasse. :(
Zuletzt geändert von rudolf am Donnerstag 19. März 2020, 21:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Katrin
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Donnerstag 19. März 2020, 19:58

Ein ziemlicher Alptraum für alle mit Garten (hier: Folientunnel, Frühbeete, hunderte m² Staudenbeete, die schon austreiben, Bäume...). Wirklich unangenehm - danke trotzdem für die informative Übersicht.
Micheldorf/Schlierbach, OÖ (Nikon D80 und D7000)
alex8724
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Donnerstag 19. März 2020, 20:56

Ja da bin ich eurer Meinung.
Wahrlich keine guten Aussichten.
Dennoch bin ich schon gespannt was wir hier im Aichfeld für ein tmin haben werden.
Sind ja bekanntlich ein Kälteloch hier. Zeltweg ist regelmäßig bei den tmins im Land dabei.
LG alex

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sugarless
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Freitag 20. März 2020, 06:27

alex8724 hat geschrieben:
Donnerstag 19. März 2020, 20:56
Ja da bin ich eurer Meinung.
Wahrlich keine guten Aussichten.
Dennoch bin ich schon gespannt was wir hier im Aichfeld für ein tmin haben werden.
Sind ja bekanntlich ein Kälteloch hier. Zeltweg ist regelmäßig bei den tmins im Land dabei.
ja ich gehe bei uns im Aichfeld von zweistelligen Minustemperaturen aus, aber hier blühen die Obstbäume noch nicht.
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Patrick.
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Freitag 20. März 2020, 17:47

Daungsche Hias für die düstere Vorschau. :!:

Jo was soll man sagen, unterm Strich gesehen wird die Nacht auf Montag schon das meiste erledigen (betreffend Obstbäume), aktuell der neue Lauf vom Lokalmodell Super HD - Kachelmann (c) -> https://kachelmannwetter.com/at/modellk ... 0600z.html

Da werd ma nimma drum herum kommen und den Rest was diese Nacht nicht schafft werden die beiden darauffolgenden Nächte erledigen.
Somit werden z.B. alle Marillenbäume die bereits blühen auch heuer wieder keine Ernte abliefern können.

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Bleibt zu hoffen das es ''nur'' bei den aktuellen Obstkulturen bleibt....
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SteHo
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Freitag 20. März 2020, 19:13

Sind die Obstbäume wirklich schon überall in Blüte? Frost Mitte/Ende März ist ja jetzt nicht sooo spät im Jahr. Winter war aber natürlich viel zu warm, das ist klar.
Polar- und Klimaforscher.

------------------------------------------------------------------------------------
[x] University of Oslo.
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Herfried
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Freitag 20. März 2020, 21:07

Hier blühen Marillen und Kirschen
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011
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ThomasPf
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Freitag 20. März 2020, 21:21

SteHo hat geschrieben:
Freitag 20. März 2020, 19:13
Sind die Obstbäume wirklich schon überall in Blüte? Frost Mitte/Ende März ist ja jetzt nicht sooo spät im Jahr. Winter war aber natürlich viel zu warm, das ist klar.
Ja, entweder sind sie schon in Blüte, im oder knapp vor dem Aufblühen. Marillen, Pfirsich, Kriecherln und Schlehen vielfach schon in Vollblüte. Süßkirschen blühen mancherorts schon auf. Bei Apfel und Birnen sind die Blütenknospen schon groß und wahrscheinlich schon frostempfindlich. Die Vegetation ist gegenüber dem "Durchschnittsjahr" 2-3 Wochen voraus, weil es eben bisher fast durchgehend zu warm war.

Aktuelle Phänologische Daten der ZAMG hier:
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/kli ... iegel/jahr
https://www.naturkalender.at/karte

und jetzt kommt eine Witterungsphase bei der die Temperatur etwa 5 bis 10 K unter dem Schnitt liegen wird, mit entsprechenden Morgenfrösten. *ach*
Liebe Grüße,
Thomas.


Hart bei Graz, Ragnitztal 47°4'25''N, 15°31'1''E, 418m ü.NN, bzw.
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Matthias
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Freitag 20. März 2020, 21:32

Nach Infos aus der Ost-Steiermark stehen viele Obstbäume in BLÜTE.
Marillen und tw. auch die Kirschen sind gerade in Vollblüte.

Die wirds alle erwischen, das schaut wirklich nicht gut aus.

HOFFNUNG:

1) Niederschlag in Form von SCHNEE, der "isolierend" wirkt;
2) WIND!

Wind wirkt frostmindernd, da die kalte Luft nicht absickern/sammeln kann.
Aktuell schauts nach 30er - 40er Böen aus, die da aus NO bis O reinkommen.
Wind max 6h.jpg
Quelle: https://kachelmannwetter.com/at/modellkarten/sui-hd

Die 850er Temps sind zu dem Zeitpunkt schon mehr als "zapfig"...
- 14°C sprechen eine ordentliche Sprache.

Aber wie gesagt - die Hoffnung ist der WIND!
Andererseits nützt dann das "Räuchern" auch nix, weil alles verblasen wird.
850er Temps.jpg

Nichts desto Trotz - die Morgentemperaturen sind schon kräftig im Minus:
-3 bis -6°C... fragts mich nicht, wo wir in windgeschützten Tälern ggf. landen...
t2m.jpg

SCHNEE kommt auch ein bissl, mit der KV von Sa auf So.
Wird spannend...!
NS als Schnee.jpg
lg,
Matthias

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Matthias
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Samstag 21. März 2020, 10:19

...kommt eigentlich schön rein, die kalte Luft.

Kaltfront aktuel genau über OÖ und NÖ, dazu schneidiger Wind im Norden und Osten des Landes.
Taupunkte auch im Sturzflug.
VisSat 0945mez.jpg
Aktuell ein Lichtblick, da sich anscheinend das HÖHENTIEF über Nordafrika (!) gegen Süditalien bewegt.
Das würde vermehrt WÄRMERE Luft aus dem S und SO zu uns schicken und den Nachschub an "Popo-kalter" Luft aus dem O / NO unterbinden.
...zumindest mal ein Lichtblick!

Derzeit bedindet sich das Tief mit 2 Kernen noch über Spanien und Algerien, das dürfte sich zusammenschließen und dann gegen Osten driften

SAT-Bild dazu:
VisSat 0945mez N-Afrika.jpg

Zusammenschluss und langsamer Drift nach OSTEN, Richtung Süditalien:
Nordafrika Tief Dienstag 06Z.jpg

Über den BALKAN kommt dann zwar feuchtere - aber wohl auch WÄRMERE Luft an.
Damit sollte es doch schon am DONNERSTAG vorbei sein mit dem Spuk.

Hoffentlich halt.
Nordafrika - S-ITA Tief Donnerstag 06Z.jpg
lg,
Matthias

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Dragonborn
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Samstag 21. März 2020, 18:31

Die meisten Wettermodelle gehen von einer milderung ab Donnerstag aus! Dazu am Donnerstag und Freitag ein Adriatief im Gepäck, das die Dürre im Südosten endlich beenden könnte! Laut Gfs kommt da einiges an NS zusammen! Auch die Noaa geht von keiner weiteren Dürre mehr aus! Also da müssen wir uns noch "durchbeißen", und dann kommt er wirklich....der Frühling!!

Heuer ist halt ein typisches Schaltjahr. *regen* . Vielleicht ja ein Vorgeschmack auf einen Unwettersommer wie 2009
Lg Dragonborn!
Stay tuned!
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ManuelW4
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Sonntag 22. März 2020, 07:34

Dragonborn hat geschrieben:
Samstag 21. März 2020, 18:31
Heuer ist halt ein typisches Schaltjahr. *regen*
Kannst du diese Bemerkung bitte näher ausführen? :) :)
- Mauerbach (Wienerwald, Bez. PL), 345 m
- Oberedlitz an der Thaya (nördl. Waldviertel, Bezirk WT), 485 m

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Matthias
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Sonntag 22. März 2020, 09:45

...die trocken-kalte Luft ist bei mur um ca. 5:00 Uhr angekommen.

WINDSPRUNG auf Ost, Feuchte runter, Taupunkt runter, Wolken weg.
Sollte der WIND von heute auf morgen einschlafen bzw. in Becken nicht durchgreifen - wirds richtig ZAPFIG.

Hier meine Wetterstation:
20200322 Windsprung.jpg
20200322 Windsprung.jpg (245.2 KiB) 2830 mal betrachtet
lg,
Matthias

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ThomasPf
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Montag 23. März 2020, 10:44

Bei den Station im Südosten verbreitet Tmins zwischen -2 und -3°C, vereinzelt darunter wie bei der Station Graz Flughafen,
bei den vermeintlichen Gunstlagen für Obst- und Weinbau, Tmins zwischen -3 und -5°C,

Bei diesem Advektivfrostereignis sind, im Gegensatz der Spätfrostereignis der letzten Jahre (vorwiegend Strahlungsfrost), die Tmins in den höheren Lagen tiefer als in den Tallagen. Da bei Advektivfrösten (=Windfrost) viele der üblichen Frostschutzmaßnahmen nicht greifen, ist schon jetzt mit stärkeren Schäden im Obstbau zu rechnen.
Liebe Grüße,
Thomas.


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Matthias
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Montag 23. März 2020, 19:36

...übersetzt heißt das also, die Kombination aus trocken-kalter Luft plus WIND ist doppelt schädlich, richtig?
lg,
Matthias

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ThomasPf
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Montag 23. März 2020, 20:31

Matthias hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 19:36
...übersetzt heißt das also, die Kombination aus trocken-kalter Luft plus WIND ist doppelt schädlich, richtig?
Naja, beim Advektivfrost versagen großteils Maßnahmen wie Paraffinöfen / -kerzen aufstellen oder Räuchern, da der Wind in den Bereich der bodennahen Luft hineinweht, der vor der Auskühlung geschützt werden sollte. Am besten sollte noch die Frostschutzberegnung klappen.
Beim Advektivfrost wird die frostige Luft stärker durch die Strömung bodennah herangeführt, als beim Strahlungsfrost (Auskühlung durch starke effektive Ausstrahlung bei windschwachen oder windstillen Verhältnissen). Strahlungsfröste treten fast immer mit Inversionen auf, bei Advektivfrösten hingegen nimmt die Temperatur mit der stärkeren Strömung mit der Höhe ab.
Liebe Grüße,
Thomas.


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Herfried
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Dienstag 24. März 2020, 07:15

Gehe, auch der Optik nach (kaum erfrorene Blüten, selbst Magnolien noch ok) von überschaubaren Schäden aus.

Warum? Die Abkühlung der Oberflächen auf noch viel kältere Temperatur unterbleibt.

Außerdem ging die Blüte los, als es immer wieder Frost gab, letzte Woche auch -4, -5, da schützen sich Bäume (Zucker). Ist was ganz anderes ob der Frost überraschend kommt, oder eher alle paar-tägliche Routine ist, Bäume aufgrund der Mittagswärme dennoch erblühen.

Und... eines muss klar sein, wäre bri der Lage der Wind eingeschlafen hätte es auch Inversion gegeben. Das war beiden beiden Aprilfrösten vor ein paar Jahren der Fall. Und dann kennt der Sturz kein Halten mehr. Im April warens dann -5 bis -8 Grad...
Jetzt wäre es 2-stellig geworden mit Oberflächen um -15

Dann gäbs keine Rettung mehr.

Der Wind gat die Katastrophe also stark gemildert. Und dass Furztrockene Luft mit Spitzen bei - 13 Grad in der 850er in der Blühteit nicht grad gut ist, erklärt sich von selbst. Kälteste Temperatur in der kühlen Saison bislang.

Da ist der Frost der kam, das mildest mögliche Ereignis. Wehe wehe, es passiert doch noch(aufklaren, windstille), schaut aber zumindest im SO nicht danach aus.

Weiter Nach NO wird es im Hoch bei ähnlichem Vegetationsstand passiert sein.
Auch ohne erfrierende Blüten ist das natürlich nicht grad gut für jedwede Ernte...Bienenflug hält sich in Grenzen, und Windbestäubung ist nicht grad so effizient. Bleibt das zulange (und das droht), dann haben viele Blüten vor der Bestäubung fertig...
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011
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Dienstag 24. März 2020, 11:14

Beim Windfrost ist natürlich auch die Exposition bedeutend. Da der Wind aus N bis NE kam, sind natürlich die S bis SW-exponierten Hänge, auf den vorwiegend Obst angebaut wird, ein bisschen besser geschützt.

Was die Schäden betrifft, wird man die erst in 2-3 Tagen besser beurteilen können. Im Gegensatz zu Hagelschäden etwa, ist das volle Ausmaß nicht immer gleich sichtbar. Hoffentlich sind sie heuer, im Gegensatz zu 2016, besser abgehärtet, da es bereits eine Woche zuvor ja schon Morgenfröste gab. Was die fehlende Insektenbestäubung betrifft, so dürfte diese auch in den kommenden Tagen kaum stattfinden. Es wird nach den neuesten Modelläufen, nach einer kurzen milderen Phase, schon Anfang / Mitte nächster Woche markant kälter.

PS: Letzte Nacht gab es überwiegend Strahlungsfrost, nachdem der Wind abgeflaut war.
Liebe Grüße,
Thomas.


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Dragonborn
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Dienstag 24. März 2020, 15:53

Nächste Woche kann es wieder winterlich werden! Aber wohl nicht so schlimm wie diese Woche. Dem GFS zufolge soll es im Süden nicht so schlimm werden, die die kalte Luft diesesmal nicht aus Russland, sondern aus dem Skandinavischen Raum zu uns gelangt! Auch solch ein Frost wie in den vergangenen Tagen ist nicht in Sicht!
Niederschlagstechnisch schauts jetzt auch nicht so schlecht aus. Der Gfs rechnet wieder mit mehr NS im SO!


Mir ist aufgefallen, das die "alten" Obstbaumsorten weniger Schaden erlitten haben als die hochgezüchteten!
Auch im Wald ist kaum etwas zu Schaden gekommen (Wahrscheinlich weil die Natur das gewohnt ist!)
Lg Dragonborn!
Stay tuned!
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Dienstag 24. März 2020, 16:36

Dragonborn hat geschrieben:
Dienstag 24. März 2020, 15:53
Nächste Woche kann es wieder winterlich werden! Aber wohl nicht so schlimm wie diese Woche. Dem GFS zufolge soll es im Süden nicht so schlimm werden, die die kalte Luft diesesmal nicht aus Russland, sondern aus dem Skandinavischen Raum zu uns gelangt! Auch solch ein Frost wie in den vergangenen Tagen ist nicht in Sicht!
Niederschlagstechnisch schauts jetzt auch nicht so schlecht aus. Der Gfs rechnet wieder mit mehr NS im SO!


Mir ist aufgefallen, das die "alten" Obstbaumsorten weniger Schaden erlitten haben als die hochgezüchteten!
Auch im Wald ist kaum etwas zu Schaden gekommen (Wahrscheinlich weil die Natur das gewohnt ist!)
Die großen Niederschlagsmengen für den Südosten sind leider weit und breit nicht in Sicht. Da bräuchte es schon eine langhaltende Strömung aus südlicher Richtung bei höherem Temperaturniveau und labiler Schichtung.

Und was soll im Wald zu Schaden kommen? Die Haupbaumarten im Wald sind phänologisch großteils nicht ganz so weit und die Nadelbäume sind frosthart.


Artikel zu den möglichen Schäden durch den Frost in der südlichen Steiermark:
https://steiermark.orf.at/stories/3040705/
Liebe Grüße,
Thomas.


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Freitag 27. März 2020, 18:58

schaut nach einem weiteren Comeback am Anfang kommender Woche aus
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Freitag 27. März 2020, 19:29

Eine Nordströmung erreicht uns am Sonntagnachmittag und bringt Regen, Schnee und wieder Morgenfrost. Die Situation wird aber nicht so schlimm wie in den vorherigen Tagen!
Lg Dragonborn!
Stay tuned!
Schwoza
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Samstag 28. März 2020, 07:32

Ab Dienstag sind selbst im Inntal zweistellige Minusgrade möglich *schock*
Speziell dort wo sich am Montag eine dickere Schneedecke bildet die sich über den Dienstag hinaus hält wird es ordentlich abkühlen weil es durchaus wolkenlose Nächte geben kann.
Unser Zwetschkenbaum blüht zwar noch nicht, zeigt aber erste grüne Knospen und da werden solche Temperaturen wohl auch negative Auswirkungen haben. Im Inntal ist vieles schon in Vollblüte.
Standort: Oberhalb von Schwaz in Tirol auf knapp 900m
Dragonborn
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Samstag 28. März 2020, 12:31

Das Problem an der Sache ist der Frost in Kombination mit den fehlenden Niederschlägen! Im Gegensatz zu 2016, wo es zusätzlich geschneit hat, droht unserer Pflanzenwelt eine sogenannte "Frosttrocknis"! Das bedeutet das die Pflanzen innerlich verdörren. Bei zusätzlicher Dürre können sich die Pflanzen nur schwer bis gar nicht erholen. Eine ähnliche Situation hatten wir in den Jahren 2003, 2015 und in einigen Teilen Österreich auch 2017. Da ist der Niederschlag zu spät gekommen...Viele Bäume (vorallem Obstbäume aber auch einige Waldbäume) hatten damals massive Schäden


Das einzig gute daran ist, dass der Borkenkäferbefall deutlich eingedämmt wird, da der Borkenkäfer, der schon die Larven gelegt hat empfindlich auf Spätfrost reagiert!
Lg Dragonborn!
Stay tuned!
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