bild5.jpg

Das Wärmegewitter / Luftmassen-Gewitter

Diese Gewitter sind örtlich begrenzte Ereignisse und treten während Schönwetterperioden in den Sommermonaten auf.

Sie verdanken ihre Entstehung intensiver Sonneneinstrahlung über mehrere Stunden hinweg, was Schönwetter vorraussetzt. Notwendig für ihre Entwicklung sind feuchte Luftmassen in tiefen Luftschichten, welche durch die kräftige Sonneneinstrahlung zum Aufsteigen gebracht werden. Wärmegewitter gehören zum völlig normalen sommerlichen Wettergeschehen und bringen meist keine Veränderung der Großwetterlage mit sich, im Gegenteil, sie dauern oft nur ein bis zwei Stunden an und danach scheint wieder die Sonne.

Durch die Niederschläge dieser Gewitter und der durch die Sonneneinstrahlung verdunsteten Wassermassen können sich an solchen Sommertagen auch mehrere Wärmegewitter nacheinander entwickeln. Mit Sonnenuntergang und der damit verbundenen fehlenden Sonneneinstrahlung zerfallen diese Gewitter rasch wieder, regnen ihre Wassermengen aus und es verbleiben meist nur noch einige hochliegende Wolkenfelder am abendlichen Himmel (der "Eisschirm").

Oft handelt es sich bei diesen Gewittern um sog. Einzelzellengewitter, d.h. die Lebensspanne eines solchen Gewitters erstreckt sich durch einmaligen Durchlauf vom Cumulus zum Cumulonimbus und dem anschließenden Wolkenzerfall.

Einzelzellengewitter in der südlichen Steiermark bei Spielfeld, aufgenommen am 11. Juli 2011 © Gerald Reczek

Wärmegewitter stellen in der Regel die schwächste Art von Gewittern dar, meist beschränken sich die Erscheinungen auf Blitzentladungen, kräftigen Regen, kleine Hagelkörner und auffrischenden Wind in Gewitternähe.

Eine der Hauptgefahren von Wärmegewittern, vor allem bei stationären Zellen, ist Starkregen, welcher Straßen und Felder unter Wasser setzt.

Jedoch gibt es auch bei diesem vermeintlich schwachen Gewittern Ausnahmen. Wenn ein solchen Gewittertyp in einer sehr labilen, aber windschwachen Umgebung entsteht, so besitzen die Gewitter dann kräftigere Aufwinde und die Begleiterscheinungen werden dementsprechend intensiver. Hier ist dann durchaus auch mit Hagel bis ca. 2 cm Größe zu rechnen, und auch der Wind kann zu einem schweren Sturm ausarten. In diesem Fall spricht man vom Tropischen Luftmassengewitter. Im Englischen bezeichnet man diese "kleinen Giftzwerge" als Pulse Storms.

Bei zusätzlich vorhandener Labilitätsenergie können auch sog. Multizellengewitter entstehen - siehe "Multizellenkomplex".

Unwetter melden

Hilf mit und melde aktuelle Unwetterergefahren an unsere Unwetterzentrale!

Ein aktuelles Unwetter melden »

Wetterwarnungen

Partner & Sponsoren