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Multizellenkomplexe (MCS/MCC Typ)

Multizellenkomplexe entstehen, wenn sich mehrere Einzelzellen - auch in verschiedenen Bildungsstadien - vereinigen und sich zu einem größeren, länger lebenden Komplex vereinigen.

Bei Multizellen lässt der Abwind einer Gewitterzelle eine neue Zelle entstehen, wobei zu erwähnen ist, dass die Lebensdauer einer Zelle innerhalb des Komplexes meist nicht höher als die eines normalen Wärmegewitters ist, die Lebensdauer des gesamten Zellenkomplexes jedoch wesentlich höher ausfällt.

Multizellenkomplexe können bei langsamer Zugrichtung zu schweren Niederschlägen und ausgedehnten Gebieten mit Hagel (jedoch nicht so große Korngrößen wie bei Superzellen - bis etwa 3 cm Durchmesser) führen.

Diese Systeme können einige Stunden lang existieren und aufgrund ihrer hohen Anzahl an Auf- und Abwindpaaren (manchmal mehr als fünf) auch kleinräumige Fallwinde (z.B. Microbursts, eine Form von Downbursts) erzeugen. Auch das ausgedehnte Gebiet mit Blitzschlägen stellt eine nicht unwesentliche Gefahr dar.

Multizellensystem über Ostösterreich am 23. Juni 2011. Bild zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung der © Austro Control GmbH

Ausführungen von Multizellensystemen

MCS (Mesoscale Convective System)

MCS sind eher ungenau definiert und lassen sich am ehesten durch die oben angeführte Definition erklären.

MCC (Mesoscale Convective Complex)

Ein MCC ist größer als ein MCS und hat üblicherweise eine runde bis leicht ovale Form. Die größte Intensität erreicht ein MCC meist während der Nacht. Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, um von einem MCC sprechen zu können (laut Wikipedia):

- Die Temperatur der Wolkenoberseite muss auf einer Fläche von mindestens 100.000 km² -32°C oder weniger betragen  bzw. auf einer Fläche von mindestens 50.000 km² -52°C betragen.
- Dieses Größenkriterium muss mindestens sechs Stunden erfüllt sein.
- Das Verhältnis zwischen kürzester und längster Achse darf nicht unter 0,7 liegen.

Multizellen-Linie

Bei Multizellen-Linien ordnen sich die Gewitterzellen linienförmig an - die Ausdehung kann bis zu mehrere 100 km betragen. Die teilweise kräftigen Abwinde entlang der Linie bedingen, dass warme Luftmassen, die sich im Vorfeld der Front befinden, gehoben werden und so für die Entstehung neuer Gewitterzellen gesorgt wird. Am Radar kann man solche Linien vor allem in den Sommermonaten beobachten, eindrucksvolle Exemplare treten beispielsweise über Deutschland auf, wo sie sich die Linien manchmal über das gesamte Bundesgebiet erstrecken.

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