Diskussion zum Corona-Virus

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Chachapoya
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Dienstag 31. März 2020, 09:58

In Frankreich gibt es jetzt Appelle, auf die Düngung der Felder so gut es geht zu verzichten, da der dadurch freigesetzte Ammoniak maßgeblich zur Feinstaubbelastung beiträgt (und Feinstaub ist ja inzwischen als gravierender Einflussfaktor für die Schwere bzw. Letalität von Corona-Infektionen weitgehend anerkannt).

https://www.lemonde.fr/planete/article/ ... _3244.html

Mehr zum Thema auch hier: https://biooekonomie.de/nachrichten/due ... taubquelle

Es ist schon auffällig, wie stark die Auswirkungen der Pandemie mit dem nicht ernst genommenen Klima- und Umweltschutz (Verkehr, industrielle Abgase, konventionelle Landwirtschaft, hoher Fleischkonsum) korrelieren. Auch wer nicht an Schicksal bzw. höhere Mächte glaubt, muss das wohl als eine eindringliche Warnung verstehen, dass wir nicht so wie bisher weiter machen können. Hoffentlich denken wir daran, wenn der Spuk früher oder später vorbei ist ...

Grüße
Gerald
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ThomasPf
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Dienstag 31. März 2020, 12:58

Die CoVid-19 Beschränkungen werden auch Einfluss auf die Prognosegüte bei den Wettervorhersagen haben:

https://www.spektrum.de/news/das-corona ... f3PkhWaBws
Liebe Grüße,
Thomas.


Hart bei Graz, Ragnitztal 47°4'25''N, 15°31'1''E, 418m ü.NN, bzw.
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ThomasPf
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Donnerstag 2. April 2020, 13:38

ThomasPf hat geschrieben:
Dienstag 31. März 2020, 12:58
Die CoVid-19 Beschränkungen werden auch Einfluss auf die Prognosegüte bei den Wettervorhersagen haben:

https://www.spektrum.de/news/das-corona ... f3PkhWaBws

Zusätzliche Aufstiege von Wetterballons um Ausfall von Flugzeug-Daten auszugleichen

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben einen starken Rückgang des Flugverkehrs bewirkt. Daher stehen derzeit deutlich weniger meteorologische Daten aus Flugzeugmessungen zur Verfügung, die unter anderem zur Berechnung von Wettervorhersagen und als Referenzwerte von Satellitenmessungen verwendet werden.

EUMETNET, die Vereinigung von Europas staatlichen Wetterdiensten, hat daher seine Mitgliedsländer aufgerufen, mehr Radiosondenaufstiege („Wetterballons“) durchzuführen.

Österreichs Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) verdoppelt ab Freitag (3.4.2020) die Zahl der Radiosondenaufstiege in Wien. Zusätzlich zu den Terminen um 0 und 12 Uhr (Greenwich-Zeit), kommen Aufstiege um 6 und 18 Uhr dazu.

Bei einem Radiosondenaufstieg trägt ein Ballon Messgeräte für Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck bis in etwa 30 Kilometer Höhe. Aus GPS-Daten werden dabei auch die Windrichtung und die Windstärke in den verschiedenen Höhen ermittelt.

Genaue Messungen aus höheren Luftschichten sind für viele meteorologische Anwendungen wichtig, unter anderem als Eingangsdaten für Modelle zur Berechnung von Wettervorhersagen. Radiosonden sind auch ein wichtiges Hilfsmittel, um die Genauigkeit von Satellitendaten zu prüfen.

Die normale tägliche Wetterprognose wird von der aktuellen Reduktion der Flugzeugmessungen kaum beeinflusst. Es sind vor allem kleinere Auswirkungen auf Prognosen von Wind und Temperatur in höheren Luftschichten für Prognosen über drei bis vier Tage hinaus zu erwarten.



Quelle: https://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/ne ... zugleichen
Liebe Grüße,
Thomas.


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hochalm
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Donnerstag 2. April 2020, 21:19

Die rekordverdächtigen Tmin der vergangenen Nächte werfen für mich die Frage auf, ob das reduzierte global dimming damit zu tun hat.

Nach 9/11 war es ja so, dass vor allem in den USA das global dimming durch das "grounding" der Flugzeuge reduziert war. Dabei wurde festgestellt, dass es innerhalb weniger Tage zu ungewöhnlich größeren Tagesgängen bei der Temps kam - vermutlich genau aus diesen Grund. Wobei sich die Forscher eben auf das Delta konzentriert haben, weil ja die täglichen Tmax von vielen Faktoren abhängen.

Das wird zumindest in der BBC Doku behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=c0BMyT4RCzY

Anders ausgedrückt: Dass global dimming globale Erwärmung maskiert, ist weitgehend unbestritten. Unklar ist um welche Größenordnung es sich handelt (0.5°?), und wie rasch sich ein Rückgang des global dimming in einer Demaskierung bemerkbar macht, und ob das eher lokale oder globale Effekte induziert.

Dass global dimming auch tiefe Tmin maskiert (Stichwort: "Strahlungsnächte"), ist zwar irgendwie naheliegend, wird aber kaum wo diskutiert - zumindest kenne ich keine Publikationen dazu.
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Herfried
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Freitag 3. April 2020, 07:29

Jaein. Also es wirkt sicher, klarare Luft, weniger Aerosol und Frinstaub wirken in der Nacht erwärmend. Cirrenschleier wurkrn netto erwärmend, lassen sichtbares Licht besser durch als IR, der Effekt ist aber nicht allzu groß.
CO2 bleibt hingegen, dieses wirkt Tag und Nacht. ...und es hat schon bei mancher Strahlungsnscht mit potenziellen Winter-Rekord, eben diesen verhindert.

In Summe ist es viel schwerer geworden Käkterekorde zu packen.

Warum ging's nun doch?

Luftmassen von etwa -10 Grad in der 850er sind Ende März, Anfang April schon am nahe den Rekorden, das zeigt sich auch am Schöckl und Feuerkogel. Die kälttesten Temperaturen dieser kühlen Saison traten in den letzten Tagen, etwa 1,5 Wochen auf. Wenn Ende,Märze bei,Wind und,Wolken -5 Grad verbreotet, umd stellenweise noch toefer gehen, was wird ein Nachschlag dieser Luftmasse Anfang April bringen...

Und diese Woche kams wirklich dick. Diese brutale Kaltluft kam nämlich mit wenig Wind und viel klarem Himmel. Unter Tags ein paar Schauer, kaum ging die Sonne unter wars klar. Dazu außerordentlich tiefe Taupunkte, klar das war jadie auch zentralarktische Luft über NO Europa angewärmt, aber nicht angefeuchtet. TP zum Tril bei - 20 Grad, und dann die windarme und wolkenlose Strahlungsnacht. Hats - 5 Grad und Oberflächen deutlich kälter (arme Bäume), und kein Futzidingerl an Reif, das spricht Bände.

Eimzig der Umstand, dass es auch davor bei Trockener Kälte tagesweise gut Frost gab und immer an die -5 Grad, die Bäume dabei erblühten, minderte die Schäden. Wobei eine tolle Ernte kann ich mir nicht Vorstellen, Marillen, Kirschen, Zwetschken usw., blühten fast zentral in der Kälte ohne Bieneflug... und viele Frostnächte machen auch mehr kaputt als eine.

Eigentlich hätte diese Lage npch viel übler ausgehen kännen.

Man nehme Schnee in NO Europa, die Luftmasse bleibt kalt beim Aufzug. Dann kommen -20 Grad in der 850er an, und üble Rekorde.
Man stelle sich vor, erst hätts hier bei Null Grad am Tag 10 cm aus Schauern geschneit und dann klarts windstill auf...

Es war eine elitär brutal kalte Wetterlage, die bei - für Kälte - eigentlich schlechten Ausgangsbedingungen das Max. raus holte.
Mit der Lage wurds immer kalt. Ähnliche Werte wurden ja vor 2 und 3 Jahren Ende April erreicht. Kalt, Schnee, dann trocken und klar, bzw. auch nur kalt trockrm und klar ohne Wind. Damals gabs wenig Ernte (aber nicht komplett verloren)....
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
hochalm
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Sonntag 5. April 2020, 08:02

50min grandiose ORF-Doku über Ischgl, das sich neuerdings selbst "klimaneutral" deklariert hat
https://tvthek.orf.at/profile/Am-Schaup ... am+s&pos=1
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Feli
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Samstag 25. April 2020, 09:09

irgendwie krank, was so manche "industrie" dann durch den virus-lock-down für auswirkungen erfährt.
da machts china in manchen regionen (wo die bienen erfolgreich durch gift vernichtet wurden) gscheit - da sind die menschen in den bäumen und bestäuben die händisch... ;-)

https://orf.at/stories/3162751/

so und so a schaß das so zu machen ... da sieht man dann wieder in krisenzeiten, was sinnvoll und was völlig unsinnig ist und dann nicht mehr praktikabel.
warum herr trumperl da keine sondergenehmigung macht? is ja seine heilige wirtschaft, die drunter leidet!? vielleicht sollt man die bienen aber vorher mit desinfektionsmittel impfen und die imker gleich dazu?

sorry - aber ich kann mir den sarkasmus nicht verkneifen...
liebe grüsse
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Herfried
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Dienstag 28. April 2020, 09:01

Eigentlich passts in keinen der beiden Threads, aber eher hier, Gesellschaft und Recht.

Österreich und der Gummiparagraph, eine schöne alte Tradition, warum sollte eine neue Regierung geliebte Tradition ändern?
Besuch bei Freunden und Familie ist also erlaubtverbotenodervielleicht.

Es ist also nicht ausdrücklich verboten, nur unerwünscht, aber wenn dann bitte mit Vorsicht. A.ha.

Und man teleportiert sich dorthin? Denn wenn man fährt, hat man eher nicht so die geregelten Ausnahmen vom Zihausebleiben erfüllt. Auüer man sagt Ausreden wie “Spazieren gehen und zufäklig war da ja...“ oder “ging für jene Einkaufen“. Wer hingegen sagt “gehe besuchen“ ist (war, hier wird sich nun was ändern, erleichtert) strafbar.


Ist so ein Gummiparagraph nicht herrlich?

Ach ja... Coronaparties, absichtliches Risiko der Ansteckung provozieren, waren so von wegen Handlung, die zur Verbreitung gefährlicher übertragbarer Krankheiten führen können immer verboten. Und da gibts durchaus härtere Strafen.
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
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Dienstag 28. April 2020, 09:56

Dieser Gummiparagraf war/ist eine Zumutung. Wochenlang sagen sie uns, teils schwammig formuliert, was erlaubt ist und vier Tage bevor private Treffen sowieso wieder erlaubt worden wären wird uns mitgeteilt, dass diese nie verboten waren. Bei mir hat die Regierung damit einiges an Kredit verspielt. Das i-Tüpferl war dann noch die absichtliche Angstmache, die zwar für viele offensichtlich war, aber dass sie im Protokoll steht war dann doch überraschend. Bei der nächsten Pandemie müssen sie sich andere Schmähs einfallen lassen.
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Chachapoya
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Dienstag 28. April 2020, 10:41

Die Angstmache war vermutlich notwendig, da sich sonst kaum jemand an die Kontaktbeschränkungen gehalten hätte. Sieht man ganz gut in den Fallstatistiken in Italien (insb. der hauptbetroffenen Poebene), wo trotz strenger Vorschriften die Fallzahlen nur ganz langsam zurückgehen. So wie sich das in den ital. Medien angehört hat, wohl einfach deshalb, da die meisten Menschen die Regeln mehr als unverbindliche Empfehlung angesehen haben (so wie die Verkehrsregeln in Süditalien ;) ).

Bei uns hat die Angstmache aber zweifellos sehr gut funktioniert. Die große Kunst ist aber, das richtige Maß zu finden - und da fürchte ich, dass bei uns definitiv übertrieben wurde. Einerseits, da - wie ja schon erwähnt - auch schwerkranke Menschen Angst hatten, zum Arzt bzw. ins Krankenhaus zu gehen. Und andererseits, dass sich diese Angst in den Menschen quasi verfestigt und auch mit Verfügbarkeit einer Impfung nicht mehr alles wie vorher sein wird. Für viele Wirtschaftszweige wird es kein Überleben geben können, hier sollte man schon langsam überlegen, wie man die Beschäftigten für andere Bereiche umschulen kann. Ist aber wohl nicht ganz so einfach, einen Koch oder Kellner zum Netzwerkadministrator umzuschulen :(

Grüße
Gerald
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ManuelW4
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Dienstag 28. April 2020, 12:55

man hätte sich aber auch einfach die entsprechende verordnung durchlesen können. da steht nämlich geschrieben:

§ 1. Zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ist das Betreten öffentlicher Orte verboten.
§ 2. Ausgenommen vom Verbot gemäß § 1 sind Betretungen, ... (und dann kommen die Ausnahmen beim Einkaufen usw.)

in dieser verordnung findet sich kein wort über den privaten bereich. dass sich die regierung nicht hinstellt und explizit betont, dass private treffen weiterhin erlaubt sind, ist aber irgendwie auch verständlich
- Mauerbach (Wienerwald, Bez. PL), 345 m
- Oberedlitz an der Thaya (nördl. Waldviertel, Bezirk WT), 485 m

>>http://www.wetter-waldviertel.at
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Chachapoya
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Dienstag 28. April 2020, 12:58

Nein, meiner Ansicht nach gibt das die Verordnung nicht her. Denn wenn man einen privaten Besuch machen möchte und der/die Besuchte nicht zufälligerweise am gleichen Privatgrundstück (z.B. in einem Mehrparteienhaus in der Großstadt) wohnt, muss man dazu öffentlichen Grund betreten. Und das ist nicht zulässig, da es sich nicht um die erwähnten Ausnahmen handelt. Es sei denn natürlich, man kombiniert den privaten Besuch mit Hilfeleistungen *grins*

Grüße
Gerald
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Dienstag 28. April 2020, 13:32

Chachapoya hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 12:58
Nein, meiner Ansicht nach gibt das die Verordnung nicht her. Denn wenn man einen privaten Besuch machen möchte und der/die Besuchte nicht zufälligerweise am gleichen Privatgrundstück (z.B. in einem Mehrparteienhaus in der Großstadt) wohnt, muss man dazu öffentlichen Grund betreten. Und das ist nicht zulässig, da es sich nicht um die erwähnten Ausnahmen handelt. Es sei denn natürlich, man kombiniert den privaten Besuch mit Hilfeleistungen *grins*

Grüße
Gerald
... oder man fährt mit dem privaten Auto von einem Privatgrundstück zum nächsten, dann hat man auch keinen öffentlichen Grund betreten *ggg*
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Feli
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Dienstag 28. April 2020, 18:47

ich finds völlig ok, wenn die regierung bissi "aufs gas gedrückt hat" - die zahlen geben uns recht.
ich hab mich weder eingesperrt gefühlt noch hab ich mich gefühlt dass mir angst gemacht wurde.

tschuldigung - aber ich kanns ned anders formulieren - weil zu dem vollidioten fällt mir schön langsam nix mehr brauchbares und gesellschaftlich verträgliches ein, aber bevor ich einen trumperl hab, der die medien hinstellt als die bösen, weil sie ihm ja immer so gemeine fragen stellen und er deswegen lieber die bevölkerung nicht informiert und PK's absagt oder wenn er eine macht dann nur hirnrissigen blödsinn von sich gibt (desinfektionsmittel spritzen/trinken, lichttherapie, und die chinesen sind an allem schuld, usw.) hab ich lieber eine regierung die überinformiert, tatsachen klar anspricht und ohne panikmache deutlich sagt, was passieren kann, wenn wir uns nicht dran halten.

wie gesagt - ich hatte bislang kein problem damit und ich finds völlig ok, da es ja auch dem schutz meiner familie dient (eltern, schwiegereltern über 70 und meine oma demnächst 97 und ziemlich fit für ihr alter im altersheim).
da nehm ich das gern in kauf, dass ich den kontakt einschränk und im grunde habens eh ganz viele so gemacht, dass sie sich trotzdem auf distanz gesehn haben.

wenn ich bei meinen eltern war, das war nicht oft, aber doch ein paar mal, dann hab ich denen immer was gebracht/eingekauft und das dann mit einem trasch auf distanz verbunden.
genauso waren meine mutter und mein vater am sonntag bei mir und haben sich mal wieder nach langem meinen garten angeschaut - ich 3 m dahinter nachgegangen und so kann man auch tratschen und sich sehen.
meine schwester und ihre nachbarn in der strasse wo sie wohnen haben sich jeder mit ihrem sesserl an die grundgrenze an der strasse gesetzt - ein getränk dazu und haben sich quer über die siedlungsstrasse hinweg unterhalten.
es hat weder da noch dort oder sonst wo (ich wüsste) probleme mit der polizei oder so gegeben.

ich hab mich schon mit vielen menschen unterhalten - im geschäft bei den einkäufen oder auch so wenn ich meine nachbarn an meinen grundgrenzen oder wenn ich sie getroffen hab beim spazierengehen.
der grundtenor ist - es ist gut wie die regierung das gemacht hat und die leute fühlen sich sicher in österreich und haben das gefühl der staat versucht sein bestes in der situation.
dass das nicht immer 100% klappen kann (zahlen verdrehen, aussagen die nicht ganz passen, usw.) is auch klar, weil ich im grunde echt erstaunt bin, dass da nicht mehr schief gegangen ist.

wer ein haar in der suppe finden will, der findet sicher eins und darfs von mir aus auch gern behalten und sich bis an sein lebensende (möge es noch lang hin sein) sich drüber ärgern ;-)
in diesem sinne bin ich froh über unsere zahlen im land, über die trotzdem große disziplin und verständnis und auch drüber dass intensiv gearbeitet wird ein mittel zu finden.
dass nicht alles gold ist was glänzt ist klar und es gibt halt in einem land mit so viel wirtschaft/handel/gewerbe einfach auch sonderfälle und ich hab auch da das gefühl (ich kenn viele AMS-mitarbeiter persönlich und auch von der WKO durch meinen job) dass die händeringend alles tun um so schnell wie möglich alle anträge zu bearbeiten und den leuten zu helfen. bei der flut an anträgen is es aber klar, dass die trotz enorm aufgestocktem personal bearbeitet werden müssen und das einfach zeit braucht. vor allem, wenns noch unklarheiten gibt.

auch wenn ärzte die ich kenne der meinung sind, dass es sicher noch mal eine welle geben wird und der mundschutz noch lang samt distanzhalten in der öffentlichkeit unser begleiter sein wird, ist alles besser und richtig die zahlen klein zu halten auf dauer bis ein mittel/impfung gefunden wird, als das was in manchen ländern los ist...
liebe grüsse
(die) Feli
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Dienstag 28. April 2020, 22:53

*gut* kann nur Zustimmen. P.s.: der Gummiparagraoh ist,auch krine böse Kritik, es ist einfach so in Österreich. Und samit besser als in den meisten anderen Ländern...
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
katelbach
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Donnerstag 30. April 2020, 21:19

Chachapoya hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 12:58
Nein, meiner Ansicht nach gibt das die Verordnung nicht her. Denn wenn man einen privaten Besuch machen möchte und der/die Besuchte nicht zufälligerweise am gleichen Privatgrundstück (z.B. in einem Mehrparteienhaus in der Großstadt) wohnt, muss man dazu öffentlichen Grund betreten. Und das ist nicht zulässig, da es sich nicht um die erwähnten Ausnahmen handelt. Es sei denn natürlich, man kombiniert den privaten Besuch mit Hilfeleistungen *grins*

Grüße
Gerald
Eine Ausnahme in der berühmten Verordnung des Bundesministers lautet:

§ 2. Ausgenommen vom Verbot gemäß § 1 sind Betretungen,
(...)
"5. wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen, gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten."

https://www.sozialministerium.at/Inform ... iches.html (98. Verordnung - die wurde kurz darauf leicht abgeändert, diese Ausnahme ist aber wortgleich übernommen worden)

Nachdem hier kein näherer Zweck definiert ist, würde ich persönlich keinen Grund sehen, warum ein Privatbesuch untersagt wäre - bin aber freilich nicht geübt im Interpretieren von Verordnungen und Gesetzen. Dass die Ausnahme von der Regierung anders kommuniziert wurde ("frische Luft schnappen", "Beine vertreten"), steht auf einem anderen Blatt.
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Freitag 1. Mai 2020, 10:19

Du kanbst auf der Basis eifrig strafen oder viel erlauben. Das ist auch nicht so schlecht, weil damit eine Exekutive nach Notwendigkeit möglich ist. Und nur wenige schwarze Schafe haben das für zweifelhafte Strafen missbraucht... ungekehrt haben nur wenige schwarfze Schafe versucht, ohne Vorsicht, alles bis an die Grenze audzuleben.

Wenn ich mir globale Daten ansehe ist Österreich Vorzugsschüler, bei relativ wenig Wirtschaftszerstörung und alles in allem vergleichsweise gut funktionierenden Grundrechten sehr gute Eindämmung.

Das war auch notwendig nach Ischgl.

Wie groß waren die Reserven, hätte man nich viel weniger?
Durch Ischgl und CO war die Ausbreitund rund imden 8. März extrem aggressiv. Sodass die kleinen Massnahmen fast verpufft sind. Wird zugewartet, sind Saufbuden in Ischgl, Flachau und so weiter mit 100 Leuten voll, draußen bei Veranstaltungen 500 Leute (8 - 15.3) dann geht es von den Hot Spots aus ganz schnell. Alle 2-2,5 Tage eine Verdoppelung.

Wir hatten Spitzenlast von knapp 1/4 der bereitgedtellten Intensivbetten, und es war angekündigt dass man durchaus nach etwa das 4 - fache bereit stellen kann. Also in Routine 2 Verdoppelungen. 4, 5 Tage. Dannust die Klinik voll. Mit allen Ausweitungen... nach mal 2 Verdopplungen. Wieder 4-5 Tage. Dann ist alles was bereitstellbar ist voll, und auch harmlosere Klinikfälle wären zu viele, Notkliniken, Feldlazarette. Aber ja, kontrollierbar.
1 bis 1,5 Wochen ... das ist gar nicht so viel.

Und das wäre dann Niederlande, Belgien, Frankreich.... Man kommt grad noch durch mit der Versorgung... aber Klinikpersonal ist am Ende, auch selbst schwer durch Infektionen betroffen. Dann gibt's auch wirklich keine Behandlung anderer medizinischer Fälle, dann sterben wirklich Leute dadurch.
Und Coronatote mal 10 - 20. Also 5000 - 10000.
Danach sind10,
- 20 % immun, genau gleich wenig hilfreich gegen 2. Welle im Hetbst wie der Statis Quo von 1%
Ist keine Alternative...

Was aber passiert, wenn 2 Wochen gewartet wird? Oder 3?
Nun... 4, 5 Tage nach Kapazitätsgrenze... können 3/4 der Leute nicht versorgt werden. Das ist am Ende der Woche 2.

Das wurde ziemlich überall dann durch wirklich harte Stopps beendet. 15 - 30 % Durchseuchung, schwere humanitäre Katastrophe, Wirtschaft tot. Um so viel ist mam zu spät, wenn man erst auf schlechte Zahlen wartet.

Nur ganz lokal gab es irgendwo auf der Welt noch die Woche 3 oben drauf, weitgehende Durchseuchung, kompletter Medizinzusammenbruch, Leute sterben zuhause wie die Fliegen, Leichen werden virle Tage später erst abgeholt in Massrnbestattungen verbrannt oder begraben. Und dann nicht nur alte. Paar Häuserblocks in NY, paar Gemeinden in der Lombardei. Dort wurde Herdenimmunität bitter erkauft.
Auch dort ob der Kranken zahlen, Wirtschaft tot. Und ... keiner handelt mit den Seuchenzentren... Gemeinden unter Quarantäne.

Sehe ich mir das Wirtschaftsdisaster an, wo es probiert wurde zuzuwarten... ne...
Es geht bei uns besser.

P.S: und wir alle können NY, der Lombardai, Belgien, UK und auch Schweden dankbar sein... Diese warnenden schlechten Beispiele zeigen den alternativen Weg...
Und überall folgte den Toten das WirtschaftsKO, und das KO der Bürgerrechte. dramatischer, länger als hier....
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
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Samstag 2. Mai 2020, 07:35

katelbach hat geschrieben:
Donnerstag 30. April 2020, 21:19
Eine Ausnahme in der berühmten Verordnung des Bundesministers lautet:

§ 2. Ausgenommen vom Verbot gemäß § 1 sind Betretungen,
(...)
"5. wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen, gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten."
genau das ist der Punkt - 1-4 wurden medial als "einzige Ausnahmen" kommentiert, 5 hat nur verstanden und gewusst wer sich die Mühe gemacht hat selbst nachzulesen. Auch die paar kärglichen so genannten "Corona-Parties" wurden nicht nach §2 aufgelöst (wie denn auch..) sondern schlicht wegen Lärmbelästigung - auch wenn das medienwirksam anders dargestellt wurde.
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Blitz4000
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Sonntag 8. November 2020, 15:42

Echt schade, wollte eigentlich mal versuchen diesen Frühling nach Belgien zukommen. Da mir hier schon langsam die Decke auf den Kopf fällt. Fällt wohl leider jetzt alles wieder ins Wasser. Aber bis dahin vergnüge ich mich halt mit dem Lesen von Reisebegleitern *grins*
Wettergottxy
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Montag 30. November 2020, 18:16

Chachapoya hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 10:41
Die Angstmache war vermutlich notwendig, da sich sonst kaum jemand an die Kontaktbeschränkungen gehalten hätte. Sieht man ganz gut in den Fallstatistiken in Italien (insb. der hauptbetroffenen Poebene), wo trotz strenger Vorschriften die Fallzahlen nur ganz langsam zurückgehen. So wie sich das in den ital. Medien angehört hat, wohl einfach deshalb, da die meisten Menschen die Regeln mehr als unverbindliche Empfehlung angesehen haben (so wie die Verkehrsregeln in Süditalien ;) ).

Bei uns hat die Angstmache aber zweifellos sehr gut funktioniert. Die große Kunst ist aber, das richtige Maß zu finden - und da fürchte ich, dass bei uns definitiv übertrieben wurde. Einerseits, da - wie ja schon erwähnt - auch schwerkranke Menschen Angst hatten, zum Arzt bzw. ins Krankenhaus zu gehen. Und andererseits, dass sich diese Angst in den Menschen quasi verfestigt und auch mit Verfügbarkeit einer Impfung nicht mehr alles wie vorher sein wird. Für viele Wirtschaftszweige wird es kein Überleben geben können, hier sollte man schon langsam überlegen, wie man die Beschäftigten für andere Bereiche umschulen kann. Ist aber wohl nicht ganz so einfach, einen Koch oder Kellner zum Netzwerkadministrator umzuschulen :(

Grüße
Gerald
Da muss ich zustimmen Gerald. Natürlich war es wichtig den Ernst der Lage jedem Klar zu machen und da war Angst auch ein gutes Mittel, um auch jeden zu erreichen. Am Ende wurde es aber tatsächlich übertrieben. Am Ende hat sich jetzt die Angst in Misstrauen allem und jedem gegenüber verwandelt, was nun zu Problemen führt.
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Herfried
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Dienstag 1. Dezember 2020, 09:57

Es wurde nicht übertrieben. Trotz alles strengen Maßnahmen haben wir rappelvolle Kliniken, in Einzelfällen gibt es Triage, viele Leute erkranken mit monatelangen Gesundheitsschäden, andere Leute sterben, weil Behandlungen nicht stattfinden.

Es wurde nicht im geringsten übertrieben.
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
Schwoza
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Dienstag 1. Dezember 2020, 11:13

Herfried hat geschrieben:
Dienstag 1. Dezember 2020, 09:57
Es wurde nicht übertrieben. Trotz alles strengen Maßnahmen haben wir rappelvolle Kliniken, in Einzelfällen gibt es Triage, viele Leute erkranken mit monatelangen Gesundheitsschäden, andere Leute sterben, weil Behandlungen nicht stattfinden.

Es wurde nicht im geringsten übertrieben.
Naja, die 100.000 Toten die Kanzler Kurz für Österreich befürchtet hat haben wir noch nicht ganz.
Die Triage findet doch schon längst statt indem psychische Langzeitschäden durch Lockdown und Arbeitslosigkeit ignoriert werden, oder durch verschobene OP-Termine (speziell im Frühjahr) als Corona eindeutig Vorrang hatte und andere Krankheiten oft nur nach langen Wartezeiten behandelt wurden. Diese Schäden kosten auch Lebenszeit, wahrscheinlich mehr als ein Tod durch Corona.
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Feli
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Dienstag 1. Dezember 2020, 15:42

ich bin doch froh, dass wir die 100.000 toten nicht haben.. nicht mal annähernd...
und ich für meinen teil bin weder misstrauisch allem und jedem gegenüber noch hab ich tatsächlich angst.
glücklicherweise kenn ich auch niemanden der ernsthafte psychische schäden bisher davon getragen hat, dass er coroanmaßnahmen mitmachen sollte und mitgemacht hat.

wen ich allerdings kannte, sind inzwischen 2 tote und einige personen mehr, die corona hatten mit mehr oder weniger nachwirkungen und folgen... die waren nicht alle jenseits der 80 oder älter.

ich wüsst nicht, was man mit den ganzen netzwerkadministratoren machen sollte, zu denen man köche und kellner umschulen sollt!? wer kam auf die idee?
da wärs eher sinnvoll, die das wollen zu altenpflegern und sonstigen sozialen betreuern/pflegern auszubilden. abgesehn davon bin ich der meinung, dass das wirtesterben seit einigen jahren kursiert und das nix neues ist.
sicher jetzt grad auffälliger und mehr im fokus aber nix neues. die arbeitslosen haben derzeit nicht mehr oder weniger schaden durch die arbeitslosigkeit - die hatten ja kein corona im normalfall - eben "nur" keine arbeit und dafür gibts einen grund - corona, nicht weil sie schlecht gearbeitet haben oder der chef ein a*** ist und die kollegen mobben. sondern corona - ein allgemeingültiger grund seinen job zu verlieren - und dafür kann man nix.

will auf keinen fall als unwahr abtun, die leute, die durch die lockdowns und durch coronabedingte arbeitslosigkeit psychische probleme haben, die gibts ganz sicher, aber das ist sicher nicht die breite masse.
ich beobacht bis jetzt nichts auffälliges, dass leute die arbeitslos sind wegen corona mehr psychischem druck ausgesetzt und deswegen mehr belastet sind. ganz im gegenteil hab ich den eindruck, dass viele die coronabedingte arbeitslosigkeit mal als "auszeit" hinnehmen und sich damit abfinden, dass es dem großteil der arbeitslosen derzeit gleich geht, was zu normalzeiten anders ist... und - es gibt nach wie vor branchen die leute suchen - zum teil auch sehr dringend!
heute hatte ich wieder einen mit einer arbeitsaufnahme, weil die firma total froh war, dass sie derzeit überhaupt leute kriegt - win/win für beide seiten! "die wirtschaft" liegt nicht am boden. teile davon schon - andere gar nicht und vielen gehts wiederum sicher nicht gut - aber es geht. noch.

vorarlberg hat in den letzten jahren rund 800 arbeitslose personen umgeschult zu pflegepersonal, gelesen im ORF-bericht. der rest von österreich sollte sich ein beispiel dran nehmen.
dann haben wir (die wir jetzt jung bzw. mittelalter sind) auch noch chancen auf eine passende pflege wenn wir mal alt sind.

corona hat in den krankenhäusern im moment viel mehr vorrang als im frühling, aus dem simplen grund, weil einfach in manchen krankenhäusern gar keine betten mehr frei sind sofern ein intensivbett gebraucht werden würde.
weiss von zumindest einem fall von einer geplanten op, wo im raum stand, dass danach ein intensivbett gebraucht werden könnte, die wurde im hiesigen krankenhaus mangels intensivbetten gar nicht mehr durchgeführt und der patient wurde nach linz verwiesen.

is meiner meinung nach nur recht und billig dass bissi druck erzeugt wird wenn sich die leute nach wie vor nicht dran halten an die einfachsten dinge wie abstand halten, mund nasenschutz tragen (der nix hilft, wenn er unter der nase als rotzbremse hängt) und hände waschen bzw. zu hause zu bleiben...
grad bei den jungen schauts oft so aus, als wär denen das echt egal - eigenverantwortung und selbständigkeit - fehlanzeige - hat schon seinen sinn, warum jugendliche und junge erwachsene nach anderen maßstäben (gesetzgebung und strafen) beurteilt werden. da zeigt es sich wieder dass manchen einfach noch voll die geistige reife fehlt die konsequenzen ihres verhaltens einzuschätzen... da gehts nur nach dem motto "ich bin jung, mir kann das virus eh nix anhaben - warum sollt ich mich dran halten?"

den 2. lockdown haben wir nicht, weil wir eine regierung haben, die uns quälen will und die nicht nachdenkt und einfach macht wie sie will ... den haben wir, weils viel zu viele egomanen gibt, denen die anderen egal sind und die dann noch ihr eigenes mißverhalten der regierung zuschieben, weil sie ja so arm sind - weil die regierung ja so ungerecht ist und sie einsperrt.... traurig - sehr traurig....

btw. ich trag seit geraumer zeit auch in der arbeit maske - richtig anstrengend wirds aber erst, wenn ich den ganzen vormittag reden muss, was glücklicherweise nicht jeden tag der fall ist. aber - hurra - ich lebe noch!
liebe grüsse
(die) Feli
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Dienstag 1. Dezember 2020, 19:11

Sicher sind wir in Summe von den 100.000 Toten noch weit entfernt, aber die aktuellen Zahlen (über 140 Todesfälle / 24h) sind schon ziemlich dramatisch. Das ist nämlich bezogen auf die Bevölkerungszahl mehr als Italien im Frühjahr, als man die Bilder von den LKWs mit den Särgen in Bergamo im Fernsehen gesehen hat.

Das kommt aber in den Medien irgendwie als interessanter Rekord herüber, aber nicht als das Drama, das es wirklich ist. Wobei ich persönlich überhaupt nicht verstehe, warum alle die Triage als großes Schreckgespenst erwähnen. Als ob die 140 Toten trotz noch verfügbaren Intensivbetten halb so schlimm wären???

Warum ist es überhaupt so weit gekommen? Ich denke, das hat zwei Ursachen. Einerseits die katastrophalen Kommunikationsfehler bzw. fehlende Planung (haben ja eh nur 8 Monate Zeit gehabt) der Regierung. Und andererseits die mangelnde Empathie der Bevölkerung bzw. Verantwortung gegenüber anderen.

Wenn man rein egoistisch denkt (wie es offenbar die meisten tun), ist das persönliche Risiko, sich anzustecken und daran zu sterben für das Individuum ja tatsächlich gering, wenn die 0,25 % Letalität stimmt. So wie man ja auch nicht auf Autofahrten verzichtet, obwohl man auch einen tödlichen Unfall haben kann. Aber dass man dazu beiträgt, dass sich die Infektionen weiter ausbreiten und damit andere Menschen gefährdet, interessiert halt nur die wenigsten. Eigentlich ganz genauso wie beim Thema Klimawandel.

Wahrscheinlich sind wir als Menschen genetisch einfach nicht dafür programmiert, an andere zu denken (vielleicht gerade noch an unsere eigene Sippschaft, mit denen wir die Gene teilen). Macht nicht gerade Mut, dass wie die anderen Probleme der nächsten Jahrzehnte lösen können, die nicht nach ein paar Monaten (hoffentlich) mit einer Impfung zu Ende sind ...

Grüße
Gerald
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Herfried
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Mittwoch 2. Dezember 2020, 08:28

Schwoza, es gibt 2 Arten realer Triage:

Die eine, noch seltene, bedeutet Unter Covid Patienten due Beatmung benötigen nach Überlebenschance zu Reihen. Der Mit 70 % wird behandelt, der mit 50 % nicht, was de facto Todesurteil ist. Einzelfälle heißt er auch, dass es bereits passiert. In der Steiermark ark erkrankte man lieber nicht schwer.

Die andere ist, dass viele Leute wegen Ressourcenmangel nicht gehsndelt werden.
Die Kliniken sind voll, Das Personal hat fertig
Das sorgt auch für indirekt Tote.
Und das bei einem der besten Gesundheitssystene der Welt

Psychologische Schäden ob Lockdown und Wirtschaft sind indirekte Folge. Aber wenn du bereits den Status Quo siehst, und dann sollte weniger gemacht werden? Und was ist mit Ärzten und Pflegern, wo fällt deren Psyche rein?

Und das Argument wir wären ja noch weit von 100 000 Toten weg (also eh alles harmlos) ist so dumm, dass ich mich vor Fremdschäm Schmerz krümme. Wir kommen mit quietschenden Reifen Mullimeter vor dem Stauende zu stehen... "wieso bremsen, wir sind eh nicht aufgefahren".

Wir haben trotz allerMassnahnen gestern 3300 Tote erreicht, und über geraume Zeit kommen nun mehr als 100 täglich hinzu. Fr die Zahl der Erkrankten sogar ganz erträglich, in vielen Ländern in Relation schlimmer. Aber auch bei uns zeigt sich, he Infizierte auf Tides zählen hochgerechnet ist 0,5 - 1 %, näher aber der 1.

Ohne Massnahnen sind die 100 000 nicht haltbar.
In einer beliebig ausgestatteten Medizin, wo jeder optimale Versorgung bekommt...
Frei laufende Krankheit = > 90 % Infizierte.
Davon stirbt knapp 1 %. 80 000 Tote.
Aber hskt, frei laufende Krankheit ist mehr Unfektionslast, schwerer Verkauf wird häufiger = mehr Tote. Das sind dann die 100 000.

Das ist aber nicht real, dann werden aufgrund der Spitalsbettenverfügbarkeit nur wenige Prozent der Schwerkranken medizinisch versorgt, das bedeutet Todesurteil für Leute die zu 80 % wieder gesund würden
Dann kommst du auf einige Prozent Tote und Werte der Spanischen Grippe. Ach ja... Das war ja wirklich nur ne Grippe.
250 000, 300 000, ginge locker...

Und viele Leute mit monatelanger Erwerbsfähigkeit durch Organschäden, die langsam heilen, so 2, 3 Millionen.

Es gibt Gründe, warum noch jedes Land das Durchlaufenlassen stoppte, oft sogar auf Druck der Wirtschaft, die ob der Krankenzahlen verzweifelt...
Schöne Grüße aus Mühldorf bei und 100 m über Feldbach, Herfried Spät-Schneefrosch 2011 und 2020, Eisfrosch 2020
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