3.6.2021 Eiskargletscher, Karnische Alpen

Forumsregeln
Bitte im Titel Datum (DD.MM.YYYY) angeben.
Antworten
Gerhard-Villach
Beiträge: 1775
Registriert: Sonntag 7. Juni 2009, 19:33
Kontaktdaten:

Donnerstag 17. Juni 2021, 16:11

Hallo liebe Leute,

wie jedes Jahr gibt es auch heuer wieder einen kurzen Bericht zur ersten Eiskarbegehung im heurigen Jahr.
Der Winter 2020/21 hat ja relativ früh begonnen; schon im September und Oktober gab es einiges an Schneefall. Bis Anfang November hat es aber fast alles wieder weggeregnte, sodass vond er Messung Anfang September bis Anfang Dezember noch einiges an Schnee und Eis abgeschmozen ist.
Aber dann kam es dicke:
In der ersten Dezemberwoche fielen in den Karnischen ALpen mehr als 500mm Niederschlag. Im Eiskar durchwegs als Schnee.
Dann ging es etwas ruhiger weiter aber bis Ende Jänner schneite es immer wieder kräftig.
Im Feber und März kam dann kaum Neuschnee dazu und erst im April legt der Winter langsam wieder los. besonders im Mai gab es wiederholt einen Wechsel aus Regen und Schneefall. Aufgrund der großen Schneehöhe blieb das Niederschlagswasser zu einem großen Teil in der Schneedecke gespeichert und führte bis Ende Mai zu einem massenaufbau.
Wie schon nach dem kalten Mai 20219 folgte auch im Jahr 2021 ein extrem rascher Wechsel von kalt zu warm hin statt.
Genau am Beginn der warmen Witterungsphase waren wir am 2.6.2021 das erste Mal in diesem Jahr am Eiskarglestcher unterwegs.
Unterstützt wurde ich neben der Bergrettung Kötschach-Mauthen auch vond er KELAG und einem freiwilligen Helfer (Knecht).

Mittels 15m langer Lawinensonde wurde die Schneehöhe an mehreren Punkten gemessen.
Von der KELAG ermittelte ein Vermesser Profillinien, welche sich auf die letztjährige Vermessung im Herbst (ebenfalls von der KELAG durchgeführt) bezogen.
Die Ergebnisse sind nicht schlecht.
Am Gletscher lagen Anfang Juni flächendecken 5 bis 10, teilweise sogar bis zu 15m Schnee.
Der Lawinenschnee ist aber teilweise so kompakt, dass wir uns mit der Sone ab 10m extrem schwer taten.
Um alle Messpunkte mit dem Theodoliten aufzunehmen, fehlte leider die Zeit.
Anbei wie immer noch ein paar Fotos.

Alle Infos gibt es wie immer unter:
https://www.gerhardhohenwarter.at/

Bild
Kellerwand mit Eiskar (rechts der Bildmitte) vom Tal

Bild
Eiskar von Osten

Bild
Höchster Punkt

Bild
Eiskar von Westen

Bild
Vergleichsfotos der Gletscherzunge aus den letzten Jahren


Liebe Grüße

Gerhard
Der Weg zu den Quellen führt gegen den Strom!
Benutzeravatar
nuntius
Beiträge: 1292
Registriert: Sonntag 13. Juli 2014, 13:10
Wohnort: Bez. Güssing/Bgld

Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39

Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Standort: Südburgenland - 47°9'35''N 16°17'20''E - 263m ü.A.
Feuerfrosch 2019
Benutzeravatar
Feli
Beiträge: 19164
Registriert: Freitag 20. März 2009, 08:46
Skype: felisky
Wohnort: Aschach/Steyr
Kontaktdaten:

Donnerstag 17. Juni 2021, 19:43

das ist jedes jahr wieder interessant wie sich das im ständigen wandel befindet.
liebe grüsse
(die) Feli
Bild
Aschach/Steyr/OÖ 435m, Wetterstation: Davis Vant. Vue
I took a heavenly ride through our silence, I knew the waiting had begun. And headed straight into the shining sun - D. Gilmore
Schneefrosch 2017
Eisfrosch 2020/21
hochalm
Beiträge: 655
Registriert: Samstag 14. August 2010, 22:49
Wohnort: 1020 Wien
Kontaktdaten:

Freitag 18. Juni 2021, 17:08

nuntius hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39
Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Würde mich schon interessieren, welche Indizien du siehst, dass es sich dabei um eine "nachhaltige Trendumkehr" handeln könnte. Angesichts der Gesamtlage ist das doch nicht einmal eine Eintagsfliege
We are in the midst of abrupt, irreversible climate change, and in the midst of the sixth mass extinction. If you are not terrified, this might simply be because you are not paying attention.
chris-kapfenberg
Beiträge: 2041
Registriert: Montag 3. August 2009, 19:38
Wohnort: Kapfenberg/Parschlug

Freitag 18. Juni 2021, 20:04

hochalm hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 17:08
nuntius hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39
Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Würde mich schon interessieren, welche Indizien du siehst, dass es sich dabei um eine "nachhaltige Trendumkehr" handeln könnte. Angesichts der Gesamtlage ist das doch nicht einmal eine Eintagsfliege
...es gibt halt noch Menschen (ich zähle mich auch dazu) die sich über jede noch so kleine Erholung der Natur freuen - nuntius *top* *top*

L.G., chris-kapfenberg
Wohnort Kapfenberg-Parschlug, 730 m Seehöhe
Benutzeravatar
ThomasPf
Beiträge: 7156
Registriert: Mittwoch 27. März 2013, 15:50
Wohnort: Hart bei Graz/ Ragnitztal

Freitag 18. Juni 2021, 23:52

Danke für den Bericht! :)
hochalm hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 17:08
nuntius hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39
Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Würde mich schon interessieren, welche Indizien du siehst, dass es sich dabei um eine "nachhaltige Trendumkehr" handeln könnte. Angesichts der Gesamtlage ist das doch nicht einmal eine Eintagsfliege
Ganz generell ist dieser Gletschertyp nicht so gut mit den meisten anderen Gletschern der Alpen, was Veränderungen durch den Klimawandel betrifft, zu vergleichen. Siehe hier: https://www.nachrichten.at/panorama/chr ... 58,2206083

Schließlich befindet er sich heute schon einige hundert Höhenmeter unter der klimatischen Schneegrenze und wird hauptsächlich durch Schneerutschungen und Lawinen genährt. Die orographische Umgebung begünstigt die Konservierung des Eis. Natürlich geht der Klimawandel auch nicht ganz spurlos an diesem Gletscher vorüber.
Liebe Grüße,
Thomas.


Hart bei Graz, Ragnitztal 47°4'25''N, 15°31'1''E, 418m ü.NN, bzw.
Graz Innere Stadt 47°04'12''N, 15°26'26''E, 353m ü.NN


Meine Fotoalben
hochalm
Beiträge: 655
Registriert: Samstag 14. August 2010, 22:49
Wohnort: 1020 Wien
Kontaktdaten:

Samstag 19. Juni 2021, 06:45

chris-kapfenberg hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 20:04
hochalm hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 17:08
nuntius hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39
Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Würde mich schon interessieren, welche Indizien du siehst, dass es sich dabei um eine "nachhaltige Trendumkehr" handeln könnte. Angesichts der Gesamtlage ist das doch nicht einmal eine Eintagsfliege
...es gibt halt noch Menschen (ich zähle mich auch dazu) die sich über jede noch so kleine Erholung der Natur freuen - nuntius *top* *top*
das Thema war aber nicht "kleine Erholung" (ja die gibt es) sondern "nachhaltige Trendumkehr" (nein die gibt es nicht)..
We are in the midst of abrupt, irreversible climate change, and in the midst of the sixth mass extinction. If you are not terrified, this might simply be because you are not paying attention.
Benutzeravatar
nuntius
Beiträge: 1292
Registriert: Sonntag 13. Juli 2014, 13:10
Wohnort: Bez. Güssing/Bgld

Samstag 19. Juni 2021, 10:01

hochalm hat geschrieben:
Samstag 19. Juni 2021, 06:45
chris-kapfenberg hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 20:04
hochalm hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 17:08
nuntius hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 19:39
Hoffentlich eine nachhaltige Trendumkehr, die letzten Jahre waren doch negativ behaftet. Danke für den Bericht! :)
Würde mich schon interessieren, welche Indizien du siehst, dass es sich dabei um eine "nachhaltige Trendumkehr" handeln könnte. Angesichts der Gesamtlage ist das doch nicht einmal eine Eintagsfliege
...es gibt halt noch Menschen (ich zähle mich auch dazu) die sich über jede noch so kleine Erholung der Natur freuen - nuntius *top* *top*
das Thema war aber nicht "kleine Erholung" (ja die gibt es) sondern "nachhaltige Trendumkehr" (nein die gibt es nicht)..
Mit "nachhaltiger Trendumkehr" wollte ich auf den Umbruch der bisherigen negativen Jahre hindeuten, in denen die Schneedecke immer weniger wurde. Also zukünftig Berichte von "durchschnittlichen" Mengen oder Rekord-Zuwächsen. Außerdem war es keine Behauptung, sondern eine Hoffnung. ;)
Standort: Südburgenland - 47°9'35''N 16°17'20''E - 263m ü.A.
Feuerfrosch 2019
hochalm
Beiträge: 655
Registriert: Samstag 14. August 2010, 22:49
Wohnort: 1020 Wien
Kontaktdaten:

Samstag 19. Juni 2021, 13:21

nuntius hat geschrieben:
Samstag 19. Juni 2021, 10:01
Mit "nachhaltiger Trendumkehr" wollte ich auf den Umbruch der bisherigen negativen Jahre hindeuten, in denen die Schneedecke immer weniger wurde. Also zukünftig Berichte von "durchschnittlichen" Mengen oder Rekord-Zuwächsen. Außerdem war es keine Behauptung, sondern eine Hoffnung. ;)
einmal gehts noch:

..deine Hoffnung ist leider naiv. Allein seit 2005 hat sich der Wärmeeintrag (pro Zeit) auf der Erde verdoppelt. Tendenz weiter exponentiell steigend. Daran kannst du den weiteren "nachhaltigen Trend" aller Gletscher ganz einfach ableiten - sie verschwinden immer noch schneller. Auch wenn der Eiskargletscher aufgrund einer lokalen Besonderheit ein paar Jahre lang viel Schnee abbekommt und dadurch ein bisschen wächst
We are in the midst of abrupt, irreversible climate change, and in the midst of the sixth mass extinction. If you are not terrified, this might simply be because you are not paying attention.
Antworten