Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

Wie entsteht z.B. eine Rollcloud, Tornado, ...? Was ist die F-Skala etc ...?
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Herfried
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Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#1 Beitrag von Herfried » Mittwoch 22. Mai 2013, 16:47

Rund um Tornadointensitäten und Folgen, fiel mir nun auf, dass ein gewisser Mythos der Unverwundbarkeit unserer Bauweise zu sehen ist.

Jener stimmt jedoch nur zum Teil.

Es gibt die Tornados mit siginifikanten Unterschied an Zerstörung und somit auch dem persönlichen Risiko...

Bei F2 sind schwäch gebaute Holzrahmenhäuser weg, Bei F3 sind auch robuste Holzrahmenhäuser weitgehend zerstört, bei F4 nieder bereits vollständig zerstört.
Hier hat Ziegelbauweise große Vorteile, bei F2 ist das Dach teilweise weg, bei F3 vollständig. Bei F3 hoch fehlen aber bereits einige Mauern, bei F4 nieder sind ganze Stpckwerke weggeblasen.

Ab F4 hoch hält sich der Unterschied wieder in Grenzen, Holzrahmenhäuser sind weg, also nicht nur eingestürzt, sondern weggeblasen, während Ziegelhäuser noch in Resten erkennbar sind (Dickste Mauern knapp über Grund, und eher eingestürzt sind, als weggeblasen (allerdigns kommt auch das vor, die Ziegel verteilen sich schon in weitem Umkreis, und selbst Zwischendecken werden aus dem Gebäude gerisse, in der Umgebung verteilt).

Bei F5 sind nur mehr bei robustest gebauten Ziegelhäusern (alte Bauernhäuser) noch Reste der Mauern sichtbar, mitteleuropäische Standardbauten sehen dann wieder gleich aus wie US-Holzrahmenbauten udn Wohnwagenparks: Sie sind nicht mehr da, die Bestandteile über viele QUADRATKILOMETER verteilt.
Massive Stahlbetonbauten bleiben stehen - als leeres Gerüst! Innen ist alles weg, selbst Zwischenwände werden IM GEBÄUDE zertrümmert. Das sah man beim Pforzheimtrnado 1968 (F4) und zuletzt bei einem F3/ nahe Moskau, der die Gebäude äußerlich beinahe intakt lies, aber innerhalöb der Gebäude die zwischenwände rausputzte (dabei wurden Menschen erschlagen)

Sich bei F4 hoch oder F5 auf die Bauweise zu verlassen und nicht in den Keller zu flüchten gleicht einem Todesurteil.
Auch bei F3 und F4 nieder können Trümmer mit 200 km/h und mehr die Wände durchschlagen (und somit Lebensgefahr bedeuten), und was bei derartigen Stürmen durch die Fenster kommt erinnert an Splittergranaten während der Kriege. Hier bieten unsere Bauwerke zwar einen Schutz, aber auch nur in INNENLIEGENDEM Raum ABSEITS DER FENSTER bei GUTER BAUWEISE DER INNENWÄNDE.


Dies muss dringend gesagt werden, denn ansosnten gibt es beim nächsten starken Tornado in Österreich viele vermeidbare Opfer, wenn sich jeder nur auf "gut gebaut" verlässt.
Schöne Grüße vom Zösenberg bei Graz, Herfried Spät-Schneefrosch 2011

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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#2 Beitrag von Feli » Mittwoch 22. Mai 2013, 18:40

danke herfried!

kannst du bitte noch - für die, die's nicht genau wissen - erklären was du mit "nieder" und "hoch" bei der skalierung von F1 - F5 meinst :-)
bzw. die skalen hier reinstellen - denk das ist ned uninteressant!

was ich noch gern wissen würd - was ist an dem ding dran, dass starke tornados unterdruck erzeugen in den häusern und deswegen auch in massiven ziegelhäusern alles zerstört wird?
liebe grüsse
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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#3 Beitrag von Exilfranke1 » Mittwoch 22. Mai 2013, 19:10

übersicht alt/neu: http://www.spc.noaa.gov/faq/tornado/ef-scale.html" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#4 Beitrag von Feli » Mittwoch 22. Mai 2013, 19:13

danke euch beiden!

hab da auch noch was gefunden:

quelle: http://www.spc.noaa.gov/efscale/" onclick="window.open(this.href);return false;
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liebe grüsse
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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#5 Beitrag von Herfried » Mittwoch 22. Mai 2013, 19:49

+/- Als Vorzeichen stellt eine Feinjustierung dar, ähnlich der Torroskala, die pro F-Wert 2 T - Werte aufweist.

-: Untee Hälfte der Windgeschwindigkeiten- und Schadenskategorie... "Schon Fx"
+: Obere Hälfte der Windeschwindigkeiten- und Schadenskategorie... "Noch nicht F(x+1)"


Der Druck im Tpornado fällt zwar drastisch um 100 - 150hPa, doch fliegen davon eher einfach Scheiben und Fensterstöcke raus, viel dramatischer sind Windstaudrucke an Wänden bis zu 2, 3 BAR (2000, 3000hPa), und extremes Vakuum lokal im Lee der Wände.
Da die enormen Böen binnen Sekunden einsetzen, und bei einem Multivortex Tornado mehrmals die Richtung wechseln, Wirken auch noch Resonanzeffekte und verschlimmern die Zerstörung.
Schöne Grüße vom Zösenberg bei Graz, Herfried Spät-Schneefrosch 2011

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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#6 Beitrag von ManuelW4 » Mittwoch 22. Mai 2013, 20:46

Danke dir Herfried, gut erläutert! *super*
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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#7 Beitrag von Robert83 » Mittwoch 22. Mai 2013, 23:41

Danke für die Physikstunde, toll zum Lesen!

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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#8 Beitrag von Exilfranke1 » Donnerstag 23. Mai 2013, 19:15

so, steht jetzt aber:

http://www.wetteran.de/wirbel/tornados/mooretornado" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Tornados & Schäden, wie viel hilft robuste Bauweise?

#9 Beitrag von Herfried » Freitag 24. Mai 2013, 06:21

Danke, Felix, für den tollen Artikel, de ist nichts hinzuzufügen.
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