Statistisch gesehen war die Gewittersaison 2025 die schwächste seit 2015 – zumindest was die Anzahl der Blitze angeht. Aus Chasing-Sicht war die Saison 2015 jedoch deutlich besser als 2025. Vor allem der heftige Unwetter-Outbreak über Mitteleuropa am 08.07.2015 (viewtopic.php?t=21344) blieb dabei in Erinnerung. Heuer aber sollte es anscheinend mehr Blitze gegeben haben; die Chasingsaison war jedoch wohl eine der schwächsten seit Beginn unserer Tätigkeit als Gewitterjäger. Doch der gestrige Freitag machte doch einiges gut und verschob meinen „Saisonabschlussbericht“ vom 26.06.2025 doch noch einmal.
Ich traf mich am Nachmittag mit Papa Harald (@hhkes), Thomas (@ThomasPf) und Georg Pistotnik am Flughafen Graz. Wir beobachteten dabei zunehmende Bewölkung entlang des Grazer Berglandes sowie eine kräftige, stationäre Zelle im Weizer Bergland.
Gegen 18:00 Uhr wurde es auch für das Grazer Becken spannender. Bodennah wehte Outflow-Wind der Weiz-Zelle aus Nordosten, in mittleren Schichten wehte nach wie vor Südost-Wind, der energiereiche Luftmassen anführte, und in der Höhe war nach wie vor die südwestliche Höhenströmung dominant – ein perfektes Windprofil für rotierende Aufwinde.
Und gegen 18:15 Uhr konnten wir diesen im Westen bereits dokumentieren – eine erste Superzelle war entstanden, die Rotation und Dynamik war enorm (Videos sollten noch folgen) und die Wolkenuntergrenzen sehr bodennah:



Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1620z.html)
Die Rotation lief in der Mitte zu einem Zentrum zusammen. Die Wallcloud befand sich genau zwischen den Niederschlagsbereich. Im RFD der nördlicheren Zellen haben es neben Starkregen und teils kräftigen Blitzen mit Sicherheit lokal auch Hagel:




Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1630z.html)



Nachdem am Airport der Regen eingesetzt hatte, verlagerten wir unseren Standort nach Süden, denn die südlichere der beiden Zellen wurde zur dominierenden Zelle. Auf der Autobahn A9 konnten wir im Südwesten eine gewaltige Wallcloud sehen – leider war es nicht möglich, ein Foto zu machen, und bis wir am Standort in Lebring eingetroffen waren, war die Struktur schon wieder etwas schlechter, aber dennoch sehr ansehnlich.
Lebring, 19:08 Uhr, Blickrichtung Westen:

Die Wallcloud setzte dabei auf den Hügeln auf und verschluckte den „Demmerkogel“. Die Warte dort befindet sich auf 671 m, daher lag die Wolkenuntergrenze wohl etwa auf 600 m.
Der Outflow wurde aber auch hier dominierend und der Aufwindbereich trennte sich vom Abwind und dem RFD ab und zerfiel. Auch neue Ansätze des Aufwindes wurden vom kräftigen Outflow bis in mittlere Schichten unterlaufen, und eine verwellte und dynamische Wolkenformation zeigte sich:


Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1710z.html)
Harald, Georg und Thomas fuhren daraufhin noch nach Slowenien weiter und konnten in der ersten Nachthälfte eine kräftige und vor allem blitzreiche Zelle bzw. einen Zellencluster einfangen. Weitere Bilder und Videos folgen.
Never Stop Chasing.









