Am 14.06.2026 stand eine Unwetterlage im Süden des Landes an. Mit dabei waren diesmal Thomas (ThomasPf) und Valerian (wetterfan18). Die hochauflösenden Vorhersagemodelle zeigten phasenweise ein erhebliches Unwetterpotenzial – zeitweise wurden Superzellen vom Grazer Bergland bis ins kroatisch-ungarische Grenzgebiet simuliert.
In den letzten Modellläufen wurde das Szenario jedoch etwas abgeschwächt, was sich letztlich auch in der tatsächlichen Entwicklung der Lage widerspiegelte.
Eine Kaltfront hatte sich über den Alpenraum gelegt und sorgte für die notwendige Windscherung sowie ausgeprägte Temperaturgradienten. Während im Norden bereits kühlere Luftmassen einsickerten, blieb im Süden die südwestliche Strömung mit labil geschichteten und energiereichen Luftmassen bestehen.

Da wir mit präfrontalen Zellen rechneten, fuhren wir gleich weiter in Richtung Süden und stellten uns in der Nähe von Ptuj auf. Bei Borovci (östlich von Ptuj) sahen wir erste Entwicklungen:

In der Folge entwickelten sich sowohl nördlich als auch südlich unseres Standortes teils kräftige Multizellen. Ein Vordringen auf die Vorderseite der Gewitter war jedoch nicht möglich. Dafür hätte man die Zellen bis nach Kroatien hinein per „Core Punch“ durchqueren müssen, was aufgrund des Hagelrisikos zum einen mit erheblichen Gefahren verbunden gewesen wäre und zum anderen zeitlich nicht realisierbar war. Zudem bildeten sich bereits weitere Gewitterzellen weiter südlich und östlich, wodurch sich die Lage zunehmend komplex gestaltete:

Quelle: Meteoinfo Slovenija (https://radarska.meteoinfo.si/)
Wir verlagerten unseren Standort daher etwas weiter nach Norden und spekulierten auf die Front, die im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien deutlich an Dynamik und Intensität gewonnen hatte. Gegen 16:00 Uhr konnten wir in der Nähe von Dornava die eindrucksvollen Multizellen entlang der Gewitterfront dokumentieren:





Auch südlich der Front, also im vorlaufenden Bereich, bildeten sich immer wieder neue Multizellen, die zeitweise sogar Superzellencharakter erreichten. Die folgende Zelle zeigte beispielsweise eine kleine Wallcloud:

Da die Front immer näher rückte und wir zunehmend zwischen ihr und den vorlaufenden Gewitterzellen eingekesselt wurden, suchten wir in Ptuj Schutz unter dem Dach einer Tankstelle. Glücklicherweise trat in diesem Bereich kein Hagel auf; die Gewitter brachten lediglich Starkregen und kräftige Sturmböen.
Anschließend traten wir über Maribor die Heimreise an. Bei Pesnica, nördlich von Maribor, konnten wir auf der Rückseite der Front noch eindrucksvolle Mammatuswolken sowie einen schönen Regenbogen beobachten:


Zwischenzeitlich erhielten wir die Information, dass im Bereich von Zgornja Kungota (Slowenien) bis Graßnitzberg (Österreich) massive Hagelschäden gemeldet worden waren. Auf Nutzerbildern, die von den Vereinen Skywarn Austria sowie dem slowenischen Partnerverein Meteoinfo Slovenija veröffentlicht wurden, waren Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu 5 cm zu erkennen. Auch auf Neurje.si wurde von ähnlichen Hagelgrößen berichtet.
Aus diesem Grund wählten wir für die Heimfahrt eine Route durch das betroffene Gebiet. Selbst mehrere Stunden nach dem Unwetter konnten wir dort noch Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu 3 cm finden. Entsprechend deutlich waren die Schäden an der Vegetation, die in weiten Bereichen stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Thomas und Valerian werden zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Bilder ergänzen. Abschließend folgt eine Radaranimation des gesamten Tages:

Quelle: Meteoinfo Slovenija (https://radarska.meteoinfo.si/)
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