14.06.2026 Multizellen mit Hagel im Grenzgebiet AUT-SLO

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jfk
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Registriert: Samstag 30. Juni 2012, 21:15
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Mittwoch 24. Juni 2026, 15:53

Hallo!

Am 14.06.2026 stand eine Unwetterlage im Süden des Landes an. Mit dabei waren diesmal Thomas (ThomasPf) und Valerian (wetterfan18). Die hochauflösenden Vorhersagemodelle zeigten phasenweise ein erhebliches Unwetterpotenzial – zeitweise wurden Superzellen vom Grazer Bergland bis ins kroatisch-ungarische Grenzgebiet simuliert.

In den letzten Modellläufen wurde das Szenario jedoch etwas abgeschwächt, was sich letztlich auch in der tatsächlichen Entwicklung der Lage widerspiegelte.
Eine Kaltfront hatte sich über den Alpenraum gelegt und sorgte für die notwendige Windscherung sowie ausgeprägte Temperaturgradienten. Während im Norden bereits kühlere Luftmassen einsickerten, blieb im Süden die südwestliche Strömung mit labil geschichteten und energiereichen Luftmassen bestehen.

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Da wir mit präfrontalen Zellen rechneten, fuhren wir gleich weiter in Richtung Süden und stellten uns in der Nähe von Ptuj auf. Bei Borovci (östlich von Ptuj) sahen wir erste Entwicklungen:

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In der Folge entwickelten sich sowohl nördlich als auch südlich unseres Standortes teils kräftige Multizellen. Ein Vordringen auf die Vorderseite der Gewitter war jedoch nicht möglich. Dafür hätte man die Zellen bis nach Kroatien hinein per „Core Punch“ durchqueren müssen, was aufgrund des Hagelrisikos zum einen mit erheblichen Gefahren verbunden gewesen wäre und zum anderen zeitlich nicht realisierbar war. Zudem bildeten sich bereits weitere Gewitterzellen weiter südlich und östlich, wodurch sich die Lage zunehmend komplex gestaltete:

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Quelle: Meteoinfo Slovenija (https://radarska.meteoinfo.si/)

Wir verlagerten unseren Standort daher etwas weiter nach Norden und spekulierten auf die Front, die im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien deutlich an Dynamik und Intensität gewonnen hatte. Gegen 16:00 Uhr konnten wir in der Nähe von Dornava die eindrucksvollen Multizellen entlang der Gewitterfront dokumentieren:

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Auch südlich der Front, also im vorlaufenden Bereich, bildeten sich immer wieder neue Multizellen, die zeitweise sogar Superzellencharakter erreichten. Die folgende Zelle zeigte beispielsweise eine kleine Wallcloud:

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Da die Front immer näher rückte und wir zunehmend zwischen ihr und den vorlaufenden Gewitterzellen eingekesselt wurden, suchten wir in Ptuj Schutz unter dem Dach einer Tankstelle. Glücklicherweise trat in diesem Bereich kein Hagel auf; die Gewitter brachten lediglich Starkregen und kräftige Sturmböen.

Anschließend traten wir über Maribor die Heimreise an. Bei Pesnica, nördlich von Maribor, konnten wir auf der Rückseite der Front noch eindrucksvolle Mammatuswolken sowie einen schönen Regenbogen beobachten:

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Zwischenzeitlich erhielten wir die Information, dass im Bereich von Zgornja Kungota (Slowenien) bis Graßnitzberg (Österreich) massive Hagelschäden gemeldet worden waren. Auf Nutzerbildern, die von den Vereinen Skywarn Austria sowie dem slowenischen Partnerverein Meteoinfo Slovenija veröffentlicht wurden, waren Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu 5 cm zu erkennen. Auch auf Neurje.si wurde von ähnlichen Hagelgrößen berichtet.

Aus diesem Grund wählten wir für die Heimfahrt eine Route durch das betroffene Gebiet. Selbst mehrere Stunden nach dem Unwetter konnten wir dort noch Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu 3 cm finden. Entsprechend deutlich waren die Schäden an der Vegetation, die in weiten Bereichen stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

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Thomas und Valerian werden zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Bilder ergänzen. Abschließend folgt eine Radaranimation des gesamten Tages:

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Quelle: Meteoinfo Slovenija (https://radarska.meteoinfo.si/)

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Liebe Grüße, Johannes,
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Feli
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Mittwoch 24. Juni 2026, 18:40

tolles chasing und der bericht ist auch sehr gut geworden!
vielen dank für den einsatz :-)
super - dass die hagelkarten so oft im einsatz sind! *bravo* *top*
liebe grüsse
(die) Feli
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Aschach/Steyr/OÖ 435m, Wetterstation: Davis Vant-Vue
I took a heavenly ride through our silence, I knew the waiting had begun. And headed straight into the shining sun -D. Gilmore
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ThomasPf
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Montag 29. Juni 2026, 00:08

Danke für den tollen Bericht, Johannes! *top* *super*
Wir waren eigentlich sehr gut positioniert. Da es allerdings fast gleichzeitig in Slowenien und Kroatien auslöste und die Zelllen sich gegenseitig ablösten, konnten wir diese nicht gut geordnet chasen.

Hier einige meiner Bilder:
Östlich von Ptuj ging es schnell mit der Auslöse. Bald waren die vorlaufenden Multizellen mit Niederschlagsvorhängen da:
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und mit Absenkungen / Wallclouds:
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Von N bis NW näherte sich die Gewitterlinie mit Shelfclud-Strukturen:
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Wir mussten wieder nach Westen ausweichen und sahen noch die abziehenden Zellen:
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Bei der Rückfahrt durchquerten wir im Dravsko Polje noch eine wenig strukturierte Starkregenzelle, die allerdings erdblitzreich war:
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Die Gewitterrückseite brachte Mammaten mit einem Regenbogen bei Pesnica, nördlich Maribor:
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Bei Plac / Graßnitzberg sahen wir den Hagelspinat der kräftigen Zelle, die 2 Stunden vorher hinwegzog
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Hagelablagerungen:
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Einzelne größere Schlossen:
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Zuhause, abends gegen 21 Uhr. Es bildete sich in Graz ein kurzlebiges Gewitter, das durch noch immer vorhandener starker Scherung superzellenähnliche Strukturen zeigte:
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LG. :)
Liebe Grüße,
Thomas.


Hart bei Graz, Ragnitztal 47°4'25''N, 15°31'1''E, 418m ü.NN, bzw.
Graz Innere Stadt 47°04'12''N, 15°26'26''E, 353m ü.NN


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Jdm
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Dienstag 30. Juni 2026, 14:04

Danke für den tollen Bericht und Fotos euch *top*
lg mario
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nuntius
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Mittwoch 1. Juli 2026, 15:02

Danke euch für die Eindrücke! *top*
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wetterfan18
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Donnerstag 2. Juli 2026, 12:11

Hallo!

Danke an Johannes und Thomas für die tollen Berichte!

Jetzt komme ich endlich auch dazu, meine Beiträge von diesem Chasing zu posten.

Wie schon erwähnt, positionierten wir uns am Ortseingang von Borovci etwas östlich von Ptuj, um die präfrontalen Zellen zu erwischen, jedoch entstanden diese sehr schnell, teils noch während der Anfahrt, sodass wir durch die Gewitter durchfahren hätten müssen, um auf die Vorderseite zu gelangen. Aufgrund des Hagelrisikos war von einem Corepunch jedoch Abstand zu nehmen, so standen wir dort erst einmal und beobachteten die weiteren Entwicklungen.

Hier einer der ersten konkreteren Aufwindbereiche mit "Zündungschancen":

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Die Bedingungen waren gut, die Wolke wuchs weiter an, bildete tolle Strukturen aus und begann, zu donnern und auszuregnen:

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Das "Verschwinden" des Ortes hinter den Feldern und die zunehmenden und näherkommenden grauen Fallstreifen kündigten den bevorstehen starken Gewitterregen an.

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Bald darauf waren wir im starken, großtropfigen Regen drinnen und "flüchteten" aus der Hagelgefahrenzone wieder ein Stück Richtung Ptuj zurück. Bei Podvinci gelang es uns, einen ersten Blick auf die Hauptgewitterfront, die von Norden her hereinzog, zu werfen. Etwa zu diesem Zeitpunkt wirbelte direkt an der Grenze AUT/SLO am Graßnitzberg kleinräumig das Hagelunwetter, dessen Hinterlassenschaften wir später noch dokumentieren würden. An unserem Standort entfalteten sich jedenfalls schöne Strukturen:

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Ein Stück weiter bei Dornava war das Ganze schon näher:

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Das Stoppschild passt perfekt, hier besser nicht mitten ins Gewitter hineinfahren!

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Einige Minuten später, im Ort Dornava, sehen wir noch die Rückseite der vorlaufenden Schwergewitter mit charakteristischen hellen Fallstreifen. Gleichzeitig sprudelt es durch die herannahende Front auch schon über uns hoch, sodass wir schon wieder eher ans Flüchten denken müssen. Wenige Minuten später setzte wieder starker Regen ein, die Front war da.

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Nun war für uns der Moment gekommen, wieder in Richtung Heimat aufzubrechen, aber natürlich mussten wir noch einen Umweg über die Zugbahn des Hagelgewitters an der Grenze machen und dort die Hagelkörner dokumentieren :)

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Als Abschlussbild hier noch ein rückseitiger Regenbogen zusammen mit der (ich denke) Kirche von Malecnik auf dem Hügel.

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Alles in allem war das ein gelungenes Chasing mit vielen Eindrücken und gleichzeitig meine erste größere Tour mit dem Chasingteam Südost. Dafür möchte ich mich bei Johannes und Thomas bedanken.
Liebe Grüße, Valerian ( Übelbach-Markt, 580m ü.A.)
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Jdm
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Dienstag 7. Juli 2026, 07:18

Danke für den Bericht und die Fotos *gut*
lg mario
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