Nach Montag (siehe viewtopic.php?t=30130) gab es am Donnerstag die nächste große Unwetterlage in Österreich. Die Prognosen gingen sogar noch weiter als am 23.06.2025. EXTOFEX rief LVL 3/3 und Skywarn LVL 4/4 für einige Gebiete in Österreich aus (siehe viewtopic.php?t=30127).
Aus diesem Grund war das Chasingteam SE wieder an mehreren Fronten unterwegs: Gerald (Dustdevil) in Kärnten, Papa Harald (hhkes) und Thomas (Pf) im ersten Chasingauto sowie ich im zweiten Chasingauto in der Steiermark bzw. im Südosten.
Wir trafen uns bereits um 15:30 Uhr am Airport Graz und warteten dort zu. Im Westen entwickelten sich die ersten Zellen:

Quelle: Arso (https://meteo.arso.gov.si/met/sl/weather/observ/radar/)
Kurz vor 17 Uhr dann eine erste kräftige Entwicklung im Westen von Graz:

Wir verlagerten unseren Standort etwas weiter nach Norden, um im Falle einer Flucht nach Osten schneller reagieren zu können. Die Zelle entwickelte eine Wallcloud über dem Stadtgebiet – es war eine Superzelle entstanden:



Die Zelle verstärkte sich. Neben der Optik bestätigte dies auch das Radar:

Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1510z.html)

Quelle: Arso (https://meteo.arso.gov.si/met/sl/weather/observ/radar/)
Nächster Stopp etwas weiter östlich bei Hausmannstätten:


Hier trennten wir uns auf. Das erste Auto fuhr etwas weiter südlich über Hausmannstätten und Kirchbach in der Steiermark nach Kirchberg an der Raab (Bilder folgen). Ich blieb weiterhin nördlich und fuhr die A2 in Richtung Osten. Nächster Stopp: Autobahnrastplatz Lassnitzhöhe Süd um 17:22 Uhr:


Ich ließ die Zelle recht nahe herankommen, da ich mich direkt an der Autobahn befand. Ein einparkender LKW erschwerte mir die Situation – Minuten fühlten sich wie Stunden an. Zum Glück war die Zelle zu diesem Zeitpunkt nicht so schnell unterwegs wie am Montag. Der Outflow war bereits stark – die energiereiche Luftmasse wurde in Bodennähe von der inzwischen Multizelle davongeblasen.
Den nächsten Halt gab es für mich bei Gleisdorf West im Ortsteil Ludersdorf (17:34 Uhr):


Neben den beeindruckenden Strukturen wies die Zelle auch immense Radarechos auf, die ihre enorme Größe und Intensität deutlich sichtbar machten:

Quelle: Arso (https://meteo.arso.gov.si/met/sl/weather/observ/radar/)

Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1540z.html)
Nachdem mich die Multizelle bereits wieder eingeholt hatte und der Outflow kräftig zunahm, setzte ich meine Fahrt entlang der A2 nach Osten fort. Nächster Stopp: Autobahnraststation Arnwiesen um 17:45 Uhr. Die Zelle schwächte sich nun etwas ab und wurde im Aufwindbereich sehr hochbasig. Aufgrund der schlechteren Bedingungen im Osten und des weit vorlaufenden Outflow-Windes war das keine Überraschung:

Weiter nach Osten bis zum Exit A2 Sinabelkirchen (17:50 Uhr):

Einen letzten Halt entlang der A2 gab es bei einem LKW-Parkplatz zwischen Sinabelkirchen und Ilz bei Fürstenfeld um 17:55 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war der Outflow-Wind sehr stark, wodurch die Zelle extrem hochbasig wurde. Trotz der hohen Basizität blieb sie jedoch nach wie vor äußerst dynamisch


Quelle: Kachelmannwetter.at (https://kachelmannwetter.com/at/stormtr ... 1600z.html)
Anschließend fuhr ich weiter nach Bad Waltersdorf und ließ mich von der Zelle überrollen. Diese schwächte sich jedoch weiterhin ab, es kam zu Starkregen, kräftigen Windböen und vor allem zahlreichen Erdblitzen:

Quelle: Arso (https://meteo.arso.gov.si/met/sl/weather/observ/radar/)
Anschließend trafen wir uns noch mit Georg Pistotnik bei einer Buschenschank im Südosten, bevor wir nach Graz zurückfuhren. Dort beobachteten wir eine schöne Multizelle über der Stadt. Harald und Thomas werden weitere Bilder ergänzen.
Never Stop Chasing.




